Zum Islam bekehren? „Jeder soll glauben dürfen, was er möchte“, sagt ein Flüchtling

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Bürgerkrieg und religiöser Terror haben einem Flüchtling, der in Haltern lebt, die Perspektive in der Heimat genommen. Auf die Ansichten des Halterner Apothekers reagiert er mit Befremden.

Haltern

, 14.08.2019 / Lesedauer: 2 min

Menschen zum Islam führen, um sie vor der ewigen Hölle zu bewahren - dieses Ziel hat sich der Halterner Apotheker Bernd Redemann zur Lebensaufgabe gemacht. Offensichtlich ordnet er diesem Auftrag, den er für sich nicht zuletzt durch den Einfluss bekannter deutscher Salafisten wie Pierre Vogel erkannt hat, so gut wie alles unter.

Mit Befremden reagiert ein Flüchtling aus der Region Vorderasien auf die Haltung, die der Apotheker in einem Interview mit der Halterner Zeitung geäußert hat. Der Mann ist vor dem Krieg in seinem Heimatland geflohen, der Hundertausende Menschen in Leid und Elend gestürzt hat und bei dem die Terrorgruppe Islamischer Staat zu einem der Hauptakteure zählt(e).

In Haltern am See schätzt er die Freiheit

In Deutschland, in Haltern am See, schätzt er die Freiheit, sich für verschiedene Lebensmodelle entscheiden zu können, auch die Religionsfreiheit gehört für ihn dazu. In seinem Dorf hätten Muslime, Christen und Jesiden in guter Nachbarschaft zusammengelebt.

Der Flüchtling wohnt nun bereits seit einigen Jahren in Haltern und ist gut integriert. Auch an seinem neuen Lebensmittelpunkt spielen unterschiedliche religiöse Überzeugungen bei Freundschaften keine Rolle. Das friedliche Zusammenleben und der Respekt gegenüber anderen sind ihm wichtig.

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Wenn er jetzt liest, dass Ungläubige unbedingt zum Islam geführt werden sollen, dann erinnert ihn das Vokabular an die Ideologie radikaler islamistischer Kräfte in seiner Heimat. Ihn stören die Eindimensionalität und der religiöse Eifer, mit denen für den Islam geworben wird.

Flüchtling hat Angst um seine Sicherheit

„Jeder soll glauben dürfen, was er möchte“, sagt der Mann, der alles zurückgelassen hat und sich in Deutschland eine Zukunft baut. Seine Erfahrungen hat er allerdings mitgebracht und die sind bestimmt von Gefühlen der Angst. Deshalb möchte er anonym bleiben.

Die Freiheit, so hat es der Flüchtling erlebt, bleibt im Gefolge radikaler Ansichten auf der Strecke.

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