Die Halterner Kitas werden in der Notbetreuung unterschiedlich frequentiert. © picture alliance/dpa
Notbetreuung

Belastung und Entlastung: Corona-Notbetreuung in Halterner Kitas läuft

Kindergärten bleiben im „eingeschränkten Pandemiebetrieb“ geöffnet. Für die Mitarbeiter ist dies eine zusätzliche Belastung, für viele Eltern eine ersehnte

Kindergärten sind auch während des jetzigen Corona-Lockdowns nicht geschlossen. Eltern sind aber aufgefordert, eine Betreuung nur in Anspruch zu

nehmen, wenn dies absolut unumgänglich ist. Wie sieht es in Halterner Kitas aus? Beherzigen die Eltern diese Aufforderung oder schicken trotzdem viele ihre Kinder in die Betreuung?

Wir haben in einer Vielzahl von Einrichtungen nachgefragt.

Die Auslastung ist in den Einrichtungen unterschiedlich. In den städtischen Kitas (Sythen, Holtwick, Conzeallee) liegt sie zwischen 40 und 50 Prozent, informiert Stadtsprecher Georg Bockey. Deutlich geringer ist der Besuch in der Awo-Kita an der Lohausstraße. „Bei uns kommen zurzeit nur 12 Kinder von 86 in die Kita“, berichtet Leiterin Julia Slawinjak.

Landesweite Auslastung bei 37,5 Prozent

Die meisten Kindertagesstätten in Haltern befinden sich in Trägerschaft der katholischen Pfarrei St. Sixtus. „Die Auslastung beträgt zurzeit zwischen 30 und 50 Prozent“, so Bereichsleiterin Cordula Borgsmüller. Den evangelischen Martin-Luther-Kindergarten besuchen rund 25 von 59 Kindern, den Anne Frank-Kindergarten nur gut 20 von insgesamt 70 Kindern. Ähnlich sieht es im DRK Kindergarten in Haltern-Mitte aus. „In die Juniorkita kommen ca. 15 von 35 Kindern“, so Leiterin Iris Gilles. In NRW wird die Auslastung der Kindergärten von der Landesregierung insgesamt mit 37,5 Prozent angegeben.

Für die Mitarbeiter(innen) in den Kindergärten stellt die derzeitige Situation eine Belastung dar. „Wir wissen nicht genau, wie viele Kinder an jedem Tag kommen, deshalb ist es schwierig zu planen“, sagt Iris Gilles. “Natürlich nehmen wir alle Kinder gern auf, um die Eltern zu entlasten, aber da wir im ‚eingeschränkten Pandemiebetrieb‘ in kleineren Gruppen arbeiten müssen, ist der Aufwand hoch.“

Maximale Betreuungszeit wurde reduziert

Die maximale Betreuungszeit wurde deshalb landesweit um 10 Stunden von 45 auf 35 reduziert. In einem ausführlichen Brief hat NRW Familienminister Dr. Joachim Stamp (FDP) außerdem an die Eltern von Kindern im Kindergartenalter appelliert, sorgfältig abzuwägen, ob sie die Betreuung wirklich in Anspruch nehmen müssen. „Mein Appell hat das Ziel, die Anzahl der betreuten Kinder in der Kindertagesbetreuung so gering wie möglich zu halten: Alle Kontakte, die nicht notwendig sind, sollen vermieden werden. Es gilt in dieser Zeit zudem, die allergrößte Rücksicht auf die Beschäftigten in den Einrichtungen sowie die Kindertagespflegepersonen zu nehmen, die in vertrauensvoller Nähe mit den Kindern arbeiten“, so Minister Stamp.

In den Einrichtungen ist es nicht immer möglich, Abstände einzuhalten. „Wenn ein einjähriges Kind weint, dann nehmen die Kolleginnen es schon mal auf den Arm – und dabei kann man schlecht eine Maske tragen“, sagt Iris Gilles. „Die Situation ist für uns zurzeit nicht einfach.“

Minister Stamp mahnt deshalb Eigenverantwortung und Solidarität mit den Beschäftigten an. „Ich setze aber alles daran, um Sie als Familien zu unterstützen und so bald wie möglich wieder mehr Normalität zu erreichen“, so Stamp weiter. „Und ich bitte Sie: Helfen Sie weiter mit.“

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Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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