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Bergwerk Auguste Victoria bereitet Abschied vor

Keine Kohle mehr

Johannes Rau, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eröffnete am 23. September 1982 die Schachtanlage Auguste Victoria 8 in Lippramsdorf. 33 Jahre später bereitet das Unternehmen den geordneten Rückzug vor. Kohle liegt noch genug in über 1000 Metern Tiefe, aber es fließen keine Subventionen mehr.

HALTERN

, 13.01.2015 / Lesedauer: 3 min
Bergwerk Auguste Victoria bereitet Abschied vor

Der Schacht AV 8 ging 1982 in Betrieb, am 31. Dezember 2015 ist er Geschichte. Das Gelände zwischen Burg Ostendorf und Lippe soll auf Wunsch der Politik nicht wieder renaturiert werden.

In drei Betrieben baut AV in diesem Jahr noch Kohle ab, Nummer 743 ist der letzte auf Halterner Gebiet. „Er läuft im April an“, gibt Markscheider Peter Konrad Müller einen Überblick. Der Betrieb 594 ist gerade angefahren, er endet im April. Im Sommer ist Schluss mit dem Bergbau unterhalb von Sickingmühle.  Sobald die letzte Kohle gefördert ist, beginnen die Bergleute mit dem Aufräumen unter Tage. „Abwerfen des Baufeldes“ nennen sie das. Umweltschädigende Materialien werden oberirdisch entsorgt, untertägige Wasserwege präpariert, taugliche Maschinen aus den Schächten zum Weiterverkauf nach China oder in die Türkei ans Tageslicht geholt. „Der tiefste Steinkohlenbergbau findet in Deutschland statt. Unsere Maschinen und unser Know-How sind gefragt“, sagt Christof Beike zum Marktwert. Auch alles, was mit Grubensicherheit zusammenhängt, sei begehrt.

Die Schächte AV 8 in der Freiheit und der Wetterschacht AV 9 in der Hohen Mark werden im April 2016 gleichzeitig verfüllt. Dann ist Halterns kurze Bergbaugeschichte endgültig zu Ende. Wie das Schachtgelände in der Freiheit genutzt wird, ist offen. Bürgermeister Bodo Klimpel bekräftigte in seiner Neujahrsansprache den Wunsch der Politik, hier Gewerbe- und Industriearbeitsplätze anzubieten. „Sie fehlen schon jetzt und nach der Beendigung des Steinkohlebergbaus erst recht.“ Das Vest war einst die größte Bergbauregion Europas. Christof Beike: „Wir verlassen die Standorte Marl und Haltern Ende des Jahres mit Wehmut, aber auch mit Stolz.“

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