Betreutes Wohnen: „Fassadenfarbe ändert nichts an dem Blockcharakter“

hzBetreutes Wohnen Sythen

Das Bauprojekt „Betreutes Wohnen“ in Sythen ist so gut wie fertiggestellt. Nicht alle Anwohner sind zufrieden. Die Prüfung durch die Bauaufsicht des Kreises steht kurz vor dem Abschluss.

Sythen

, 27.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Straße ist gepflastert, Bäume wurden gepflanzt, Bänke aufgestellt. Derzeit werden die letzten Grünanlagen im Sythener Baugebiet Elterbreischlag gestaltet. Das Projekt Betreutes Wohnen zwischen Dietrich-Bonhoeffer-Weg und Eltritt nimmt endgültige Formen an.

Auch die Hausfassaden des von der TSC Osmium GmbH in Auftrag gegebenen Wohnkomplexes haben inzwischen einen Anstrich bekommen: Wohnbereiche, Verbindungstrakte und Treppenhäuser wurden farblich unterschiedlich - grau, cremefarben und beige - gestaltet und sollen sich so optisch voneinander abheben. Einige Anwohner aber hadern nach wie vor mit dem Objekt.

„Die Wand nimmt uns das Licht“

„Ich kann mich immer noch nicht an diese gewaltige Häuserfront gewöhnen“, sagt Marlit Büren-Kolk. Das Einfamilienhaus, in dem sie mit ihrer Familie lebt, liegt unmittelbar gegenüber dem größten Gebäude am Eltritt. „Zurzeit geht es ja“, sagt sie. „Das Sonnenlicht kommt jetzt auch bei uns an.“ Spätestens ab September, wenn die Sonne tiefer stehe, gehe es aber wieder los: „Im gesamten Haus ist es dann dunkel.“ Der Wintergarten könne nicht genutzt werden. „Die Wand nimmt uns das Licht“, sagt Marlit Büren-Kolk.

Im Baugebiet Elterbreischlag in Sythen werden derzeit die Anlagen des Wohnkomplexes begrünt.

Im Baugebiet Elterbreischlag in Sythen werden derzeit die Anlagen des Wohnkomplexes begrünt. © Ingrid Wielens

Die Sythenerin tauscht sich oft mit ihren Nachbarn aus. „Mit der Fassadenfarbe können wir alle hier sehr gut leben“, erklärt sie. „Sie ändert aber nichts an dem Blockcharakter.“ Es bleibe eben ein einzelnes, riesiges Haus. Die Stadt hatte die Anwohner Ende 2019 eingeladen, beim Farbkonzept mit zu entscheiden. Der Großteil der Betroffenen hatte dies aber abgelehnt.

Dienstaufsichtsbeschwerde über Bürgermeister eingereicht

Marlit Büren-Kolk hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landrat eingereicht: „Es handelt sich hier um eine schwere Fehlentscheidung des Bürgermeisters“, kritisiert sie. Die Bürger blieben nun auf ihren Schäden sitzen. Befürchtet wird, dass der Wert der Grundstücke durch die Wohnanlage gemindert wird. Geantwortet hat der Landrat bisher noch nicht.

Kreis will Verfahren zügig abschließen

Die Sythenerin meint: Wirklich helfen könne nun nur noch die Bauaufsicht des Kreises Recklinghausen. „Falls sie Fehler in der Vorgehensweise der Stadt findet.“ Bürgermeister Bodo Klimpel hatte die Behörde eingeschaltet. Sie soll prüfen, ob baurechtlich alles ordnungsgemäß vonstatten ging.

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Jochem Manz, Sprecher der Kreises, bestätigte auf Anfrage den Eingang der „umfangreichen Unterlagen“ zu diesem Bauprojekt. „Die Prüfung in dieser Sache ist nahezu abgeschlossen“, teilte er mit. Noch seien ein paar Einzelfragen zu klären. „Aber wir wollen dieses Verfahren relativ schnell abschließen.“ Einen genauen Termin konnte der Kreissprecher noch nicht nennen. Vor den Sommerferien aber solle die baurechtliche Prüfung „auf jeden Fall“ abgeschlossen werden, versprach Manz.

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