Bewaffnet mit Eimer und Schwamm

Jugendrotkreuz sammelte Spenden

29.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Haltern Normalerweise wird das Jugendrotkreuz (JRK) eher weniger mit Autowaschen in Verbindung gebracht. Doch kürzlich war alles anders. «Wir wollten mal was anderes machen, was nicht JRK-typisch ist», erläutert Leiterin Melanie Willeck. Am Anfang des Jahres habe sich das JRK Gedanken gemacht, mit welchen Aktionen man in die Öffentlichkeit treten könne. «Wir hätten auch mit Waffelverkauf Spenden für unsere Arbeit sammeln können. Aber wir haben uns für diese originelle Aktion entschieden.» Und so fanden sich zwölf Jugendliche mit Eimer und Schwamm bewaffnet an der alten DEA-Tankstelle an der Recklinghäuser Straße ein. Neben diesen klassischen Utensilien wurde natürlich auch die Waschanlage der Tankstelle mitbenutzt. Zudem saugten die Jugendlichen auf Wunsch das Autoinnere aus. Die Kunden bezahlten die Wasserkosten und konnten mit einer zusätzlichen Spende die Jugendarbeit unterstützen. «Bei besserem Wetter wäre die Resonanz wahrscheinlich besser gewesen», vermutet Willeck. Darauf aufbauend denkt sie auch bereits über eine Wiederholung im Sommer nach. Alexander Hölper, derzeitiger JRK-Gruppenleiter, hatte die Aktion organisiert und unter anderem Gespräche mit dem Pächter der Tankstelle geführt. In der Vergangenheit war das JRK regelmäßig in der Öffentlichkeit präsent - beispielsweise auf dem Automarkt gemeinsam mit der THW-Jugend. Auch bei «fairrockt» im August werden die Jugendlichen mit einem Stand vertreten sein. Selbstverständlich werden die Jungsanitäter auch am 3. Juni beim Aktionstag zum DRK-Jubiläum über ihre Aktivitäten informieren. «Wir führen auch eigene regelmäßige Aktionen durch, beispielsweise zur realistischen Unfalldarstellung», erläutert JRK-Leiterin Melanie Willeck. Uwe Konrad (Foto) ist Vorsitzender des DRK und hat bereits eine lange Karriere durchlaufen. Angefangen hat alles vor 25 Jahren beim JRK, der Jugendverband wurde ihm damals von einem Freund angepriesen. Nach einiger Zeit wurde Konrad JRK-Leiter, zu seinen zentralen Aufgaben zählten in den nachfolgenden Jahren die Arbeit im Rettungsdienst sowie die Tätigkeit als Ausbilder. Seit Dezember 2006 ist Konrad Vorsitzender des Ortsverbandes. «Viele Menschen stellen sich unter DRK nur den Sanitäter vor, der am Wochenende auf dem Fußballplatz steht», bedauert Konrad. Ein Bild, das er und der Vorstand gerne gerade rücken möchten. «Wir vom DRK haben viel mehr zu bieten, auch für medizinisch nicht-interessierte Bürger.» Ein Qualitätsmanagement und eine stärkere Beleuchtung der internen Strukturen sind weitere Ziele für die Zukunft. ls

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