Blauer Dunst wird verbannt

HALTERN Mit dem Rauchen aufzuhören, ist ein häufig gefasster Vorsatz fürs neue Jahr. Unterstützung bei diesem Ziel erhalten Raucher jetzt durch das Nichtraucherschutzgesetz, das seit Dienstag in Kraft ist.

von Von Elke Rüdiger

, 02.01.2008, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blauer Dunst wird verbannt

<p>Seit dem 1. Januar ist das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden tabu, nach einer Übergangszeit von einem halben Jahr auch in Restaurants und Gaststätten. Rüdiger</p>

Das Anzünden von Zigaretten, Pfeifen und Zigarren ist in öffentlichen Räumen ab sofort tabu. In Restaurants und Kneipen darf ab Juli nur noch in strikt abgetrennten Räumen geraucht werden. In Diskotheken, zu denen Jugendliche unter 18 Jahren Zutritt haben, darf überhaupt nicht mehr geraucht werden. Zunächst werden nur Verwarnungen ausgesprochen. Ab Juli müssen Wirte bei Verstößen mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro, Gäste mit einer Strafe von bis zu 100 Euro rechnen.

Verbot umsetzen

Gesetzestreu, 1:1 umgesetzt, wird das Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden der Stadt Haltern. Dirk Meussen: "Raucher müssen nun in den Hof und sich dafür ausstempeln." Die Amtsleiter hätten sicherzustellen, dass dies auch geschehe. Auch für Besucher gilt ab sofort das generelle Rauchverbot. Hinweisschilder hängen aus. Die Bediensteten sind angewiesen, "in angemessenem Ton auf das bestehende Verbot aufmerksam zu machen".

Im Seniorenzentrum Kahrstege wurde die für die Bewohner und Angehörigen ein Raucherraum eingerichtet. Die Cafeteria ist für Raucher ab sofort tabu. Auch im "Cafe Zentral" wird der kleinere Raum für Raucher abgetrennt. Im "Jägerhof", so Doris Grave, soll der blaue Dunst auch künftig kein Problem sein. "Die Gäste zeigten sich schon immer sensibel." Hier kann ein Raucherzimmer eingerichtet werden, notfalls eine der beiden Kegelbahnen.

Übergangszeit nutzen

"Unerwünscht" war die Qualmerei schon früher in der Jugendfreizeitstätte Hohe Mark. Vereine, Jugendgruppen und Schulen werden darauf hingewiesen, entscheiden aber letztlich in Eigenverantwortung. Wer in der Imbissstube "Futterkrippe" bisher genüsslich eine gedampft hat, muss jetzt darauf verzichten. Inhaberin Anna Schmidt: "Tut mir leid, aber ich kann keine Ecke abtrennen. Wer rauchen will, muss das vor der Tür machen."

Noch nicht geklärt ist es, wie es künftig in der "Bäckerei und Cafe Hosselmann" im K & K-Markt gehandhabt wird. Die Übergangszeit bis Juli will auch das City-Kebab-Haus nutzen.

Bundesweit ist das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Bundesbehörden bereits seit dem 1. September grundsätzlich verboten. Jetzt ist der blaue Dunst auch in Behörden, Krankenhäusern, Kultureinrichtungen und Universitäten, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Bahnhöfen (und Bahnsteigen), Hallenbädern, Theatern, Museen, Kinos, Sporteinrichtungen, Bierzelten, Flughäfen sowie in allen Landesbehörden und Gerichten außerhalb von Raucherräumen tabu. An Schulen darf auch auf dem Schulhof nicht mehr geraucht werden. Das gilt für Schüler wie für Lehrer. Beim Karneval und bei anderen Brauchtumsfesten darf dagegen weiter zur Zigarette gegriffen werden. Für Bier- und Weinfeste können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Verstöße gegen das Gesetz werden als Ordnungswidrigkeit gewertet und können mit Geldbußen zwischen 5 und 1000 Euro belegt werden. Bestraft werden können sowohl der Raucher wie der Wirt oder andere Inhaber des Hausrechts. Gezielte Kontrollen soll es aber nicht geben.

 

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