Bodo Klimpel setzt bei der Landratswahl 2020 auf Sieg

hzLandratswahl in Recklinghausen

Das Bürgermeisteramt füllt Bodo Klimpel in Haltern noch bis nächstes Jahr aus. Danach tritt er als Landrats-Kandidat an. Seine Beweggründe für den Entschluss hat er jetzt mitgeteilt.

von Michael Wallkötter

Haltern/Recklinghausen

, 14.11.2019, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bodo Klimpel hat „keinen Plan B“. Er setzt nach eigenen Worten voll und ganz darauf, am 13. September 2020 zum Landrat des Kreises Recklinghausen gewählt zu werden. Dafür gibt der CDU-Politiker sein Bürgermeister-Amt auf, das er 15 Jahre lang in Haltern am See ausgeübt und stets mit Wahlergebnissen jenseits der 50 Prozent gewonnen hat. „Ich bin jetzt 56 Jahre alt und möchte mich gerne noch mal beruflich verändern“, sagt Klimpel zu seiner Motivation, sich von CDU und FDP als Landratskandidat aufstellen zu lassen.

FDP auf einer Linie mit dem Halterner Bewerber

Dass zwei Parteien sich auf einen gemeinsamen Landratskandidaten festlegen, ist ein Novum im Kreis Recklinghausen. Die FDP musste dafür offensichtlich nicht über ihren Schatten springen. Was die politischen Inhalte angehe, seien die Liberalen auf einer Linie mit CDU-Mann Klimpel, betont FDP-Kreisvorsitzender Mathias Richter. Und die persönliche Qualifikation des Bürgermeisters stehe außer Frage. Auch im neuen Kreistag wollen CDU und FDP zusammenrücken.

Jetzt lesen

Bodo Klimpel war in seiner Funktion als Bürgermeister stets ein scharfer Kritiker des Kreises. Nach seinem Geschmack gingen die Verantwortlichen im Kreishaus zu locker mit Geld um; Geld, das den finanzschwachen Städten über die Kreisumlage abgeknöpft wurde. Nach Einschätzung der Kreisvorsitzenden Michael Breilmann (CDU) und Mathias Richter (FDP) ist Klimpel mit seiner distanzierten Sicht genau der richtige Mann an der Spitze der Kreisverwaltung.

„Man kann nicht immer nur Kritik üben, irgendwann muss man das Heft selbst in die Hand nehmen und es besser machen.“

Bodo Klimpel selbst sagt: „Man kann nicht immer nur Kritik üben, irgendwann muss man das Heft selbst in die Hand nehmen und es besser machen.“ Er wolle, dass der Kreis eine „Ermöglichungsbehörde“ wird, die die Städte unterstütze und kompetent berate, so der Kandidat. „Keine Stadt darf wegen Entscheidungen des Kreises in finanzielle Bedrängnis geraten.“

Ein stets ansprechbarer Kreis-Bürgermeister

CDU und FDP trauen Klimpel zudem zu, dass er als Landrat in der Lage ist, die Interessen des Kreises gegenüber Bund und Land, aber auch im Regionalverband Ruhr (RVR) zu vertreten. In dieser Hinsicht gebe es aktuell Defizite, so der Vorwurf der beiden Parteien. Klimpel selbst will als Landrat die wirtschaftliche Entwicklung der Region forcieren, sich für die Ausweisung von Gewerbe- und Wohnbauflächen stark machen und zusätzliche Angebote im Nahverkehr einfordern. Auch Klima- und Umweltschutz spielten eine große Rolle, sagt er. Klimpel sieht seine Rolle „nicht als klassischer Landrat, sondern eher als Kreis-Bürgermeister, der präsent und ansprechbar ist für die Menschen vor Ort“.

Kommentar

Hoher Einsatz bei Landratswahl 2020

Der letzte CDU-Landrat hieß Jürgen Schnipper. Der 2013 verstorbene Politiker wurde 1999 völlig überraschend auf der landesweiten Erfolgswelle der CDU ins Amt gespült. Bei der Kommunalwahl 2020 wollen die Christdemokraten nicht auf einen Zufallserfolg setzen. Die Kreispartei geht, wie man beim Pokern sagen würde, „all in“, spielt mit hohem Einsatz. Dass die CDU dabei von der FDP unterstützt wird, ist nicht nur bemerkenswert, sondern dürfte die Chancen, das traditionell „rote“ Kreishaus zu erobern, real erhöhen. Bodo Klimpel zum gemeinsamen Landratskandidaten zu machen, ist ein Coup, der die sozialdemokratische Konkurrenz ins Grübeln bringen dürfte. Der Bürgermeister von Haltern ist nicht nur ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann, sondern gilt als bodenständiger Politiker, der in seiner Stadt großen Rückhalt genießt. Doch der Ausgang der Landratswahl ist natürlich völlig offen, zumal die SPD ihre Kandidatur mit dem Landtagsabgeordneten Michael Hübner ebenfalls prominent besetzt hat. Und auch die Grünen sollte man auf der Rechnung haben. Für Bodo Klimpel, der ein sicheres Bürgermeister-Amt opfert, ist die Wahl durchaus ein Risiko. Doch die CDU wird zu verhindern wissen, dass ihr Spitzenkandidat ins Bergfreie fällt, falls er im September 2020 nicht die Mehrheit der Wähler hinter sich bringen sollte.
Lesen Sie jetzt