Bodo Klimpel über Forensik, Flüchtlinge und den Seestern

Interview mit Bürgermeister

Die politische Sommerpause ist vorbei. In der kommenden Woche steht schon wieder die nächste Ratssitzung an. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit Bürgermeister Bodo Klimpel an der Kajüte in der Stadtmühlenbucht über die Themen zu sprechen, die im zweiten Halbjahr wichtig werden.

HALTERN

, 07.08.2015, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadtmühlenbucht, Flüchtlingsproblematik, Forensik - Bürgermeister Bodo Klimpel im Sommerinterview mit Benjamin Glöckner und Elisabeth Schrief.

Stadtmühlenbucht, Flüchtlingsproblematik, Forensik - Bürgermeister Bodo Klimpel im Sommerinterview mit Benjamin Glöckner und Elisabeth Schrief.

Bürgermeister Bodo Klimpel über...

... die Stadtmühlenbucht:

"Der Spatenstich wird im Oktober erfolgen, bis Mitte nächsten Jahres sind wir mit dem ersten Teil fertig. So ist die Planung. Ich bin ein Fan von diesem Projekt und sehr zufrieden damit. Es macht aus vielerlei Gründen Sinn. Selbst die Bürger, die sich nicht damit anfreunden konnten, müssen erkennen, dass wir im Rahmen dieses Projektes auch Dinge machen können, für die wir sonst kein Geld gehabt hätten. Beispielsweise Parkplatz, Sanierung der Straße – deshalb kann ich den Vorwurf nicht verstehen, das hier sei nicht wirtschaftlich. Darüber hinaus glaube ich, ist dieses Projekt so angelegt, dass es für alle etwas hat, nicht nur für Gäste, auch für die Halterner. Das wird ein Highlight. Dass es anfangs Skepsis gibt, ist für mich nicht überraschend. Das haben wir bei allen großen Projekten erlebt."

... die Betreuung von Flüchtlingen:

"Wir haben in Europa eine dramatische Situation, die nicht vor Deutschland, vor Nordrhein-Westfalen, dem Kreis oder der Stadt halt macht. Da gibt es im ganzen System viele Ungerechtigkeiten, um die muss man sich kümmern und sie beseitigen. Aber im Vordergrund müssen für uns in Haltern zunächst einmal die Menschen stehen, die kommen. Es ist nicht unsere Aufgabe, hier vor Ort zu erkennen, wer zu Recht hier ist und wer nicht. Die christliche Nächstenliebe gebietet es, die Flüchtlinge aufzunehmen und sie unterzubringen."

... die Unterbringung von Flüchtlingen in den ehemaligen Büros der Briten in den Borkenbergen:

"Wir möchten keine Turnhallen akquirieren, so lange das geht. Wir haben großes Glück, dass sich mit den Unterkünften auf dem Truppenübungsplatz Alternativen bieten. Dort werden wir 100 Einzelpersonen unterbringen können. Ich habe mir die Unterkunft angesehen, sie ist in einem guten Zustand. Ich gehe davon aus, dass wir die entstehenden Kosten am Ende des Jahres vom Bund zurückerstattet bekommen."

... den neuen Dorfplatz in Sythen:

"Ich bin glücklich darüber, dass die gefürchteten Verkehrsprobleme nicht aufgetreten sind. Es gibt mittlerweile Infrastruktur mit Eisdiele und Café rund um den Dorfplatz. Alles hat sich dort gut entwickelt. Und, ich sage das bewusst, der Dorfplatz wird von den Halternern sehr gut angenommen. Nicht nur von den Sythenern. Das ist echt toll geworden."

... eine Klage gegen die Forensik in der Haard:

"Es wird immer so dargestellt, als hätten wir jetzt schon die Möglichkeit. Zunächst einmal müssen wir etwas haben, wogegen wir klagen können. Das gibt es momentan nicht. Haltern 1/2 ist immer noch Bergbaufläche, deshalb kann man dort rein rechtlich noch keine Klinik bauen. Anschließend muss dann der Regionalplan geändert werden, das sind alles Verfahren, die noch durchgeführt werden müssen. Wir werden anschließend nach dem gemeindlichen Einvernehmen gefragt. Da sehe ich keine Chance, dass Haltern dieses Einvernehmen erteilen wird. Dann wird es eine Entscheidung des Landes geben, wie es mit der Weigerung umgeht."

... das ehemalige Hotel Seestern:

"Der Seestern ist nach wie vor eine Entwicklung, die uns alle sehr verärgert. Momentan wird versucht, die Trennung von Hotel und Appartementhaus grundbuchrechtlich zu regeln. Ich habe die große Hoffnung, dass das funktioniert. Ansonsten gibt es die klare Vereinbarung, dass dort ein Aufstellungsbeschluss vom Rat gefasst wird. Ich gehe davon aus, dass wir bis dahin aber eine Lösung finden. Der Investor ist mit seinem Inklusionshotel jedenfalls noch am Ball."

 

 

 

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