Böllerei auf Testplatz bei Hullern: Gutachten soll Aufschluss über Lärmbelastung geben

hzFeuerwerk-Tests bei Hullern

Die Feuerwerk-Tests auf dem früheren Bundeswehrgelände bei Hullern haben ein Nachspiel. Die Bezirksregierung Münster verspricht sich von einem neuen Lärmgutachen Aufschluss.

Hullern

, 23.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hatte Bürgerbeschwerden gehagelt. Nach der tagelangen Knallerei auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände zwischen Hullern und Olfen im Dezember ist die Bezirksregierung Münster derzeit noch immer mit der Überprüfung der Lärmimmisionen beschäftigt.

„Die Bezirksregierung Münster nimmt die Beschwerden der Anwohner ernst und prüft die Situation vor Ort intensiv“, erklärte eine Sprecherin der Behörde jetzt auf Anfrage.

Wie berichtet, führt die Firma Keller Pyro GmbH auf der Fläche des früheren Munitionsdepots an der Hullerner Straße Qualitätsprüfungen von Feuerwerk durch. Nach besonders intensiven Testläufen im Dezember hatten sich zahlreiche Bürger des Halterner Ortsteils Hullern und der Stadt Olfen beschwert.

Jetzt lesen

Aktuell liege ein von der Bezirksregierung gefordertes Lärmgutachten noch nicht vor, sagte die Sprecherin. Die Behörde hatte vom Betreiber eine Überarbeitung und Ergänzung des im Dezember vorgelegten Lärmgutachtens gefordert.

„Zunächst werden die genauen Kriterien gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erarbeitet, die in dem Gutachten zwingend erfüllt werden müssen“, hieß es weiter. Erst im Anschluss werde der Auftrag an einen zertifizierten externen Gutachter vergeben.

Eventuelle Einschränkungen werden derzeit geprüft

Ob die Lärmbelastung im Dezember zu hoch gewesen sei, könne derzeit noch nicht beurteilt werden, machte die Sprecherin deutlich. Grundsätzlich sei der Testplatz zwischen Olfen und Hullern aber für die Tests geeignet. Er sei gemäß des Bundes-Immissionsschutzgesetzes genehmigt worden.

Begrenzungen hinsichtlich der Häufigkeit der Knallkörper-Tests seien nach dem Gesetz nicht vorgesehen. Ob allerdings in der Genehmigung Einschränkungen für das Abfeuern der Böller formuliert worden seien, werde aktuell ebenfalls geprüft.

Auch am Flugplatz Borkenberge war kräftig geböllert worden. Am 19. Dezember war der Lärm stundenlang bis nach Hullern, Haltern und Dülmen zu hören gewesen. Auf dem zum Gebiet der Stadt Lüdinghausen zählenden Gelände hatten Vertreter des Transportministeriums und der Polizei aus den Niederlanden die Landebahn für Segelflieger zur staatlichen Feuerwerk-Beprobungs-Stätte umfunktioniert.

Flugplatz Borkenberge ist ebenfalls für Pyrotests geeignet

Wie die Bezirksregierung jetzt ebenfalls erklärte, sei der Flugplatzbetreiber für den fraglichen Zeitraum von der Betriebspflicht befreit gewesen. „Wenn er dieser Nutzung zugestimmt hat, geschah das im Rahmen seines Hausrechts. Luftrechtliche Fragen haben sich nicht gestellt“, sagte die Sprecherin.

Der Flugplatz wird von der Borkenberge-Gesellschaft e.V. - Interessengemeinschaft luftsporttreibender Vereine im Deutschen Aero-Club e.V. betrieben. Der Flugplatz Borkenberge sei schon häufiger zum Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen genutzt worden. „Das Gelände ist geeignet“, so die Sprecherin.

Abschließende Bewertung im ersten Quartal 2020

In puncto Olfener Militärdepot übrigens erwartet die münstersche Behörde im ersten Quartal dieses Jahres die Ergebnisse des nachträglich geforderten Gutachtens. Wie die Sprecherin versprach, solle der Sachverhalt dann abschließend bewertet und geregelt werden, „damit die Anforderungen der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm sicher gewährleistet werden“.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt