Böses Erwachen für Raser

HALTERN Rasen zahlt sich einfach nicht aus! Diese Erkenntnis mussten am Dienstagabend einige Autofahrer teuer in der Tempo 30-Zone auf der Holtwicker Straße, Höhe Schulzentrum, bezahlen.

von Von Elke Rüdiger

, 16.01.2008, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Böses Erwachen für Raser

Heinz Buchaly nahm es gelassen: Mein Fehler, gestand er. Da konnte ihm POK Wilfried Herzig nur beipflichten.

Ein böses Erwachen gab es für einen jungen Autofahrer (in der Probezeit) - mit 55 km/h führt er Liste der Verkehrssünder an. Ihn erwartet eine Anzeige, ein Bußgeldbescheid und neben einer satten Geldstrafe vielleicht eine Nachschulung. Glück hatte ein anderer junger Halterner, der 25 km/h zu schnell war. Gerade die Probezeit hinter sich kommt er mit einem „blauen Auge“ davon: 50 Euro, Anzeige und ein Punkt in Flensburg.

Hohe Unfallwahrscheinlichkeit

„Für junge Fahranfänger zwischen 18 und 25 Jahren ist das Risiko, in Haltern bei einem Unfall verletzt zu werden, um 50 Prozent höher als im Landesdurchschnitt.“ Wachleiter Norbert Hausen hat die Unfallstatistik der vergangenen drei Jahre ausgewertet. Vor zwei Jahren verletzten sich bei Unfällen 41 junge Erwachsene, 2006 waren es 30 Personen, und 2007 bis zum Oktober ebenfalls 30 (bis Jahresende wuchs diese Zahl). „Unser Ziel ist es“, so Hausen, diese Unfallzahlen zu senken. Da die Unfälle an keinen bestimmten Orten, speziellen Tagen oder Zeiten festzumachen sind, werden verstärkt im gesamten Stadtgebiet rund um die Uhr an allen Tagen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Im Sommer kommen vermehrt Überprüfungen am Silbersee, Lakeside Inn und Old Daddy hinzu. Sicher geht es auch um „Alkohol am Steuer“.

Dienstag bezog die Polizei – weit sichtbar, „Wir wollen uns ja gar nicht verstecken!“ – am Schulzentrum Stellung. Innerhalb von nur einer Stunde stoppten die beiden Beamten vom Verkehrsdienst 13 PKW-Fahrer; Fazit: eine Ordnungswidrigkeit und zwölf Verwarngelder. Dabei drückten die Polizisten oft beide Augen zu (bis 37, 38 oder 39 km/h). Dabei waren die Raser nicht nur einfach zu schnell, sondern mit ihren Gedanken scheinbar überall, nur nicht auf der Straße. Sie drosselten ihr Tempo nicht einmal, als die Polizisten Zeichen zum Anhalten gaben.

Einsicht

Im Großen und Ganzen zeigten sich die Verkehrssünder einsichtig. „Mein Fehler. Ich habe mich mit meinem Sohn unterhalten“, zeigte Heinz Buchaly Reue. „Soll nicht wieder vorkommen“, versprach eine Fahrerin, die „nur eben schnell“ eine Tür abholen wollte... „Gemein“, protestierte eine Fahrerin aus Gütersloh, „dass Sie mich erwischt haben.“ Sie plädierte dafür, Auswärtigen einen Sonderbonus zu gewähren. „Die müssten schneller fahren dürfen, weil sie sich ja nicht auskennen.“

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