Die Polizei musste erneut zu einem Einsatz in die Borkenberge. © Polizei Coesfald
Borkenberge

Borkenberge-Gelände: Nach Rauchgranaten-Fund mahnt Polizei zur Vorsicht

Auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Borkenberge hat ein Spaziergänger am Wochenende einen gefährlichen Fund gemacht. Unweit der Stelle, wo jüngst eine Tragödie passierte.

Der frühere Truppenübungsplatz Borkenberge zwischen Haltern und Dülmen gehört mit seinen Heiden, Sandtrockenrasen und Mooren zu den wertvollsten Naturlandschaften Nordrhein-Westfalens. Lange Zeit war er für Spaziergänger und Radfahrer tabu, im vergangenen Jahr wurde erstmals eine Durchfahrt freigegeben. Jenseits des Weges lauern aber immer noch Gefahren.

Das Gelände wurde nach dem Fund weiträumig abgesperrt.
Das Gelände wurde nach dem Fund weiträumig abgesperrt. © Polizei Coesfald © Polizei Coesfald

Am Sonntag fand ein Spaziergänger auf dem Gelände drei ältere, militärisch aussehende Gegenstände und informierte daraufhin die Polizei. Da die Fundstelle im Gebiet der Stadt Lüdinghausen liegt, rückte auch das dortige Ordnungsamt zur Fundstelle aus. Die Mitarbeiter identifizierten den Fund als zwei Übungsrauchgranaten und eine Gefechtsfeldbeleuchtungskartusche. Spezialisten des Landeskriminalamtes wurden hinzugezogen und sprengten die Gegenstände noch vor Ort, teilte die Polizei mit.

Pikant: Die Granaten wurden in unmittelbarem Bereich der Straße gefunden, wie die Polizei auf Nachfrage erklärte. In der Nähe der Stelle hatte sich erst in der vergangenen Woche ein tödlicher Motorradunfall ereignet.

Nicht den offiziellen Weg verlassen

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich davor, den offiziell freigegebenen Weg zu verlassen. „Es liegt immer noch viele alte Munition auf dem Gelände“, sagt Britta Venker, Pressesprecherin der zuständigen Polizei in Coesfeld.

Borkenberge

Vom Militärgelände zum Naturreservat

  • Die erste militärische Nutzung in den Borkenbergen fand 1873 statt, als der Kanonenproduzent Alfred Krupp hier einen Schießplatz etablierte. Zu dieser Zeit war das Gebiet eine weitgehend baumfreie Heidelandschaft.
  • Ab Mitte der 1930er-Jahre nutzte die deutsche Wehrmacht das Gelände als Flugplatz. Mittlerweile waren aufgrund der großen Nachfrage nach Grubenholz für das nahe Ruhrgebiet große Bereiche mit Kiefern aufgeforstet.
  • 1945 übernahm das britische Militär die Borkenberge und richtete mit einem weiteren Gebiet bei Lavesum den Truppenübungsplatz Haltern ein. Die Nutzung endete 2015 mit dem Abzug der Britischen Rheinarmee.
  • Seit 2016 ist die DBU Naturerbe GmbH Eigentümerin der Fläche Borkenberge. Die DBU-Naturerbefläche ist 1570 Hektar groß und stellt eine große, unzerschnittene Sandlandschaft mit vielfältigen Offenlandlebensräumen dar.

Auch für Rettungskräfte ist ein Einsatz in dem Gebiet nicht leicht. „Es ist schwierig, sich dort zu orientieren, Rettungsfahrzeuge können im Ernstfall vielleicht nicht ganz so schnell an der Unfallstelle sein, wie es anderswo der Fall ist“, gibt Venker außerdem zu bedenken.

Über die Autorin
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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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