Brand: Kein alltäglicher Einsatz für Lippramsdorfer Feuerwehrchef

hzFeuer in Lippramsdorf

Seit 27 Jahren Jahren ist Carsten Drees bei der Feuerwehr, doch dieser Einsatz wird ihm wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Am Samstag brannte es plötzlich bei seinem Nachbarn.

Lippramsdorf

, 14.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Verletzten, aber ein hoher Sachschaden - das ist das Ergebnis nach dem Brand bei einem KFZ-Betrieb in Lippramsdorf am Samstagvormittag (wir berichteten). „Durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Einsatzkräfte konnte womöglich Schlimmeres verhindert werden“, lobte Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel die „hervorragende Arbeit der Einsatzleitung“.

Carsten Drees (r.), Leiter der Feuerwehr Lippramsdorf, hier im Gespräch mit den Kiepenkerlen Willi Husmann und Reinhold Wieschus, koordinierte den Einsatz zum Brand in Lippramsdorf, der sich direkt neben seinem Haus ereignete.

Carsten Drees (r.), Leiter der Feuerwehr Lippramsdorf, hier im Gespräch mit den Kiepenkerlen Willi Husmann und Reinhold Wieschus, koordinierte den Einsatz zum Brand in Lippramsdorf, der sich direkt neben seinem Haus ereignete. © Elisabeth Schrief (A)

Diese Aufgabe hatte Carsten Drees, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr, vor Ort übernommen. Dabei war es für den 50-Jährigen ein Einsatz, der ihm noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Das Unglück ereignete sich in direkter Nachbarschaft zu seinem eigenen Haus und Betrieb.

Rauchschwade und Explosion

„Ich war gerade beim Frühstück und wollte mir einen Kaffee machen. Beim Blick aus dem Fenster ist mir eine schwarze Rauchfahne aufgefallen. Dann hat es einen Knall gegeben“, erzählt der Lippramsdorfer Feuerwehrchef am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Er habe sich daraufhin auf den Weg zum Gerätehaus gemacht. Seine Frau habe parallel den Notruf an die 112 abgesetzt. „Bei einem Feuer zählt jede Sekunde“, wie der erfahrene Feuerwehrmann weiß.

Zum Glück seien auch die Kollegen aus Haltern und den anderen Ortsteilen schnell vor Ort gewesen. Im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung hatte außerdem die Freiwillige Feuerwehr Wulfen den Einsatz mit rund 20 Feuerwehrleuten unterstützt.

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Wie bei jedem anderen Brandeinsatz, galt es zunächst die örtlichen Gegebenheiten zu prüfen. „Das fiel mir natürlich leicht“, erzählt Carsten Drees. „Ich wusste sofort, wo sich die Hydranten für die Löschwasserversorgung befinden. Auch das betroffene Gebäude kenne ich seit Jahrzehnten, weil ich dort schon als Kind ein- und ausgegangen bin.“ Entsprechend schnell habe man mit den Löscharbeiten beginnen können. Nach knapp zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte die Situation komplett unter Kontrolle.

Familienbetrieb in dritter Generation

Die große Gefahr, dass das Feuer auf sein Haus und seinen Betrieb übergreifen könnte, habe er während des Einsatzes nicht ganz ausblenden können, so der Löschzugführer, der eine Schreinerei besitzt und den Familienbetrieb in dritter Generation führt. „Der Adrenalinpegel war dadurch natürlich etwas höher als sonst.“

Als beide Werkstätten in den 60er-Jahren gebaut wurden, sei zum Glück eine Brandwand gesetzt worden. „Die hat sich am Samstag wirklich bezahlt gemacht“, sagt Carsten Drees rückblickend. An seinem Gebäude sei nur ein sehr geringer Schaden entstanden. Der Schaden bei seinem Nachbarn sei dagegen enorm. Drees: „Das Wichtigste ist letztlich, dass keine Person verletzt wurde.“

Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist laut Polizei noch unklar. Polizeisprecherin Ramona Hörst: „Die Kollegen vom Fachkommissariat für Branddelikte werden die Ermittlungen fortsetzen, um die genaue Ursache zu ermitteln. Ein Ergebnis steht noch aus.“

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