Brand nach Phosphorbomben-Fund aus Zweitem Weltkrieg in Haltern

hzWaldarbeiten

Bei Rohdungsarbeiten ist ein Waldarbeiter auf eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen sein. Im Wald in der Nähe der B 58 kam es zu einem Brand.

Haltern

, 08.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Weil ein Waldarbeiter mit der Fräse seines Traktors gegen eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen ist, ist am Mittwochmittag ein Kleinbrand im Wald nahe der B58 ausgebrochen. Verletzt worden sei nach Angaben der Polizei und der Feuerwehr aber niemand.

Phosphor entzündete sich an der Luft

Der Mann soll am späten Vormittag im Wald mit seiner Fräse gegen die Bombe gefahren sein, wodurch die dünnwandige Ummantelung zerstört wurde. Phosphor trat aus und entzündete sich an der Luft. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr und der Polizei hatte der Mann den brennenden Gegenstand mit Erde abgedeckt und so das Feuer erstickt. Nach eigenen Angaben des Mannes sei es nicht das erste Mal gewesen, dass er mit einem solchen Fall zu tun gehabt habe.

Beim Eintreffen der Polizei und der Feuerwehr war so nur noch leichter Qualm und ein schwefelartiger Geruch wahrnehmbar. Die Einsatzkräfte sperrten den betroffenen Bereich ab.

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So lief die Kampfmittelräumung in Haltern ab

08.08.2018
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Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Jürgen Wolter
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau
Nahe der Weseler Straße setzte ein Waldarbeiter eine Phosphorbombe in Brand.© Bludau

Zwei Kräfte des angeforderten Kampfmittelräumdienstes suchten das Gebiet ohne besondere Schutzkleidung kurze Zeit später mit Metalldetektoren ab und entfernten zwei bis drei Bombensplitter aus einem Gebiet von zehn mal zehn Metern.

Weil der Phosphor aus der Bombe ausgetreten war und sich auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern verteilt hatte, behielt die Feuerwehr das Gebiet noch bis Donnerstagmorgen im Auge, um ein erneutes Entfachen an der Luft zu verhindern.

Am Donnerstag soll dann der Kampfmittelräumdienst tätig werden, um die restlichen Teile aus dem Erdhügel zu bergen. „Würden die Teile auf dem Waldboden liegen bleiben, wäre die Waldbrandgefahr groß“, sagt Werner Schulte, Leiter der Feuer- und Rettungswache in Haltern. Um welche Art von Phosphor es sich handelt, konnten Polizei und Feuerwehr auf Nachfrage nicht beantworten.

Phosphor-Bomben wurden im Zweiten Weltkrieg vor allem mit weißem Phosphor angereichert, der sich an der Luft entzündet und als hochgiftig gilt.

„Ein Thema, das immer wieder hochkommt“

Wo genau noch Bomben im Boden in Haltern liegen, ist unklar: „Man weiß, dass es in Bahnhofsnähe viele Bomben gab, so dass sich viele Leute erinnern können, dass es dort heftig war. Insgesamt war Haltern ziemlich zerstört“, sagt der Stadtsprecher Georg Bockey. Man könne von keinem Gebiet sagen, dass es mit voller Sicherheit frei von Bomben sei, so Bockey. „Es ist ein Thema, das immer wieder hochkommt.“ Das bestätigt auch die Feuerwehr: „Es kommt immer mal wieder vor, dass Kampfmittel bei einer Maßnahme gefunden werden und Feuerwehr und Ordnungsbehörden Maßnahmen ergreifen müssen“, sagt Schulte.

Stehen Baumaßnahmen bevor, werten Kampfmittelbeseitigungsdienste auf Anfrage von Städten und Gemeinden historische Luftbilder aus den Kriegstagen aus, um Hinweise auf mögliche Kampfhandlungen und so Kampfmittelreste zu bekommen.

Insgesamt waren sechs Einsatzkräfte der Feuerwache Haltern im Einsatz. Am Donnerstag, wenn der Kampfmittelräumdienst vor Ort ist, ist zusätzlich die Feuerwehr aus Lippramsdorf im Einsatz.

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