Brutzeit beginnt: Hundeführer in Haltern werden um Rücksicht gebeten

Brut- und Setzzeit

Frei laufende Hunde gefährden in der Brut- und Setzzeit oft den Nachwuchs der Wildtiere. Reinhold Bergjürgen vom Hegering Haltern gibt Tipps, auch in Haltern Konflikte zu vermeiden.

Haltern

, 02.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Brut- und Setzzeit sollten Hunde besser angeleint werden.

In der Brut- und Setzzeit sollten Hunde besser angeleint werden. © picture alliance / dpa

Am 1. April beginnt offiziell die Brut- und Setzzeit der Tiere in Wald und Flur. Sie dauert bis zum 15. Juli. Bei frei laufenden Hunden löst die Witterung der Tiere schnell den Jagdinstinkt aus und sie nehmen die Verfolgung auf. Sie stören damit nicht nur die Ruhe der Tiere, sie gefährden auch die Jungtiere und ihre Eltern. Das lässt sich aber mit ein paar einfachen Verhaltensregeln vermeiden.

„So eine Ricke ist kurz vor der Geburt ein ziemliches Tönnchen“, sagt Reinhold Bergjürgen, der Vorsitzende des Hegerings Haltern. „Sie ist gar nicht mehr in der Lage zu flüchten. Rehe sind sowieso Kurzstreckenflüchter, keine Dauerläufer. Einem Hund, der weiß wie das geht, können sie nicht entkommen, da haben sie keine Chance.“

Anleinpflicht in Naturschutzgebieten

In Naturschutzgebieten, etwa der Westruper Heide, gilt eine generelle Anleinpflicht für Hunde, in den Wald und Flurbereichen der Haard und Hohe Mark allerdings nicht flächendeckend. Eine allgemeine Anleinpflicht gilt außerdem überwiegend für innerörtliche Bereiche, wie Fußgängerzonen und Parks. Große Hunde (mindestens 40 Zentimeter und mindestens 20 Kilogramm) sind darüber hinaus außerhalb eines befriedeten Besitztums auf allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint zu führen, wenn diese innerhalb bebauter Ortsteile liegen.

Ausnahmeregelungen gelten für besonders ausgewiesene Hundeauslaufbereiche.

Im Wald dürfen Hunde auf Wegen dann frei laufen, wenn der Halter oder Hundeführer Zugriff auf seinen Hund hat, dieser also auf Kommandos reagiert.

Wenn Hunde ein Wild wittern, kann der Instinkt aber auch schnell den Gehorsam außer Kraft setzten. „Das ist alles ein Frage der Ausbildung“, so Reinhold Bergjürgen. Deshalb bitten Jäger die Waldbesucher vor allem in der Setzzeit um Rücksichtnahme.

Auslauf auf offenen Flächen

„Im Zweifelsfall den Hund besser anleinen“, bittet Reinhold Bergjürgen. Waldbereiche mit dichtem Unterholz, Brachflächen, Waldränder, Hecken oder auch Teichufer sind Gebiete, in denen das Wild seine Jungen zur Welt bringt oder in denen Vögel brüten. „Wenn es geht, sollte man mit nicht angeleinten Hunden diese Bereiche meiden. Offene Flurflächen sind besser geeignet, wenn der Hund Auslauf braucht“, so Reinhold Bergjürgen.

Eine Alternative seien ansonsten auch lange Auslaufleinen, an denen der Hund ebenfalls einen großen Radius zur Bewegung habe. „Wenn er dann die Witterung eines Wilds aufnimmt, kann er zumindest nicht hinterher jagen“, sagt Reinhold Bergjürgen.

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