Bürgerinitiative macht gegen Kraftwerk mobil

LIPPRAMSDORF Der Protest gegen das geplante Kohlekraftwerk im Chemiepark Marl an der Stadtgrenze Halterns hat jetzt einen Namen. In Lippramsdorf gründete sich die „Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz“, kurz BLU.

von Von Elisabeth Schrief

, 21.01.2009 / Lesedauer: 2 min

Vorsitzender Heinrich Stegemann und Geschäftsführer Markus Florin bilden die Spitze eines fachkompetenten Teams. Aus jetzt 50 Mitgliedern sollen Tag für Tag mehr werden, in ihrer Zielsetzung spricht die Bürgerinitiative den ganzen Kreis Recklinghausen an. Informationsbeschaffung, Kontaktpflege und die Suche nach Unterstützung bestimmen derzeit das Arbeitspensum.  Hilfe beim BUND Schützenhilfe holt sich die Bürgerinitiative unter anderem auch beim BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend ermutigte Kreissprecherin Claudia Baitinger die Lippramsdorfer zur Gegenwehr bis hin zur Klage. Gegen die Genehmigungen der Steinkohlekraftwerke in Herne, Lünen und Datteln hat der BUND beim Oberverwaltungsgericht Münster Klage eingereicht, „wir steigen auch hier gern in das Verfahren ein, dafür brauchen wir allerdings finanzielle Unterstützung.“ Claudia Baitinger wundert sich über die Gleichgültigkeit der Marler Bürger. Inaktive Marler Selbst die Grünen im Stadtrat hätten sich erst nach fünf Ausschuss-Sitzung und dann auf Anfrage ihres Verbandes gerührt. Die Lehrerin für Chemie und Biologie warnte vor fatalen Auswirkungen des geplanten 900-Megawatt-Kraftwerks auf die Gesundheit und das Klima. „Wir Lippramsdorfer sind vielfach gebeutelt. Jetzt sollen wir auch noch widerspruchslos ein überdimensioniertes Kraftwerk akzeptieren, das Evonik nur dazu dient, Reibach zu machen. Da machen wir nicht mit“, beschreibt Werner Müller die Stimmung in der Bürgerbewegung. Nebel und Industrieschnee „Im Sommer werden wir durch Nebelschwaden beschattet, im Winter durch Industrieschnee berieselt. Bedenklich findet Claudia Baitinger die Lage innerhalb des FFH-Gebietes, „es genießt auf EU-Ebene höchste Naturschutzstufe.“ „Marl läuft gegen die geplanten Arkaden in Recklinghausen Sturm, bezüglich des Kraftwerks scheinen die Bürger relativ schmerzfrei zu sein“, wundert sich Heinrich Stegemann. Aber die Bürgerinitiative bewegt sich auf alle zu: „Nur gemeinsam haben wir eine Chance.“

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