Bunte Bänder am Ginkgo-Baum erinnern an Germanwings-Absturz mit 18 Opfern aus Haltern

hzGedenken an 24. März 2015

Zur Erinnerung an die Flugzeugkatastrophe vom 24. März 2015 möchten Jugendliche einen Gingko-Baum aufstellen und einladen, bunte Bänder des Erinnerns daran zu knüpfen.

Haltern

, 24.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Johann Wolfgang Goethe waren die Blätter des Ginkgo-Baumes ein Sinnbild für Freundschaft und Liebe. Somit ein schönes Symbol, um an die Opfer der Flugzeugkatastrophe vom 24. März 2015 zu erinnern. Marike Johnsdorf aus Haltern und Jugendliche aus der damals im Paul-Gerhardt-Haus gegründeten Jugend-Trauergruppe entwickelten dazu eine besondere Idee.

Psychologiestudentin Marike Johnsdorf absolviert derzeit ein Praktikum bei Lavia in Gelsenkirchen, dem Institut für Familientrauerbegleitung von Mechthild Schroeter-Rupieper. Die beiden Frauen kennen sich aus der Trauergruppe, die sich lange Zeit regelmäßig im Paul-Gerhardt-Haus traf. Auch Marike Johnsdorf ging dorthin, um mit den Geschwistern und Freunden von Absturzopfern gemeinsame Zeit zu verbringen. Mechthild Schroeter-Rupieper lässt die Halterner Studentin gern als Praktikantin an der Arbeit teilhaben: „Marike bringt aus der Erfahrung der Trauergruppe und ihres Studiums so gute Gedanken und Gesprächsimpulse mit.“

Einladung: Gedanken an die Äste knüpfen

Jugendliche aus der Trauerrunde möchten, wenn öffentliches Leben in Haltern wieder möglich ist, einen Ginkgobaum (im Topf) an zentraler Stelle aufstellen. Alle, die mögen, sind eingeladen, dann ein buntes Band verbunden mit einem Gruß zum Gedenken an einen, mehrere oder alle Verstorbenen oder einen Wunsch für die Überlebenden an die Äste zu knüpfen. „Der Wind nimmt eine Botschaft mit, ohne dass Menschen eine Ansteckungsgefahr befürchten müssen“, sagt die Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper.

Geschwister und Freunde wünschten sich ein Treffen

Diese Geste wird wegen der Corona-Pandemie zunächst am Lavia-Haus in Gelsenkirchen vollzogen. Dort wird am 24. März ein buntes Band zur Erinnerung an alle Verstorbenen an den Baum geknüpft, später soll es dazu die Möglichkeit in Haltern geben. Wer möchte, kann auch Wünsche auf dieses Band schreiben. Die Idee ist, dass der Wind durch die Bänder streift und die Gedanken mitnimmt, so Mechthild Schroeter-Rupieper. Wer möchte, kann stellvertretend ein Band in der Farbe seiner Wahl anbringen lassen (Mail an gutestun@lavia.de) oder eines in eine Kiste legen, die bis 17.30 Uhr vor dem Keep (Paul-Gerhardt-Haus) abgestellt ist.

Die Jugendlichen hatten sich extra ein Treffen zum Jahrestag gewünscht. Doch Mechthild Schroeter-Rupieper bedauert: „Wir werden in den Räumen der Kirchen nicht zusammen sitzen können und werden deshalb ein Beisammensein auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.“

Der Ginkgobaum könnte später einen Platz in Haltern, alternativ im Garten des Laviahauses in Gelsenkirchen bekommen. Dort hängen auch noch einige der von Halterner Bürger gestalteten Wimpel vom ersten Jahrestag.

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