Computersucht: Halterner prellt Online-Shops und verkauft illegal Handys für 17.000 Euro

hzLandgericht Essen

Jede freie Minute tauchte ein 32-jähriger Mann aus Haltern in die Fantasy-Welt eines Online-Computerspiels ein. Fast hätte er am Ende auch seine Freiheit verzockt.

Haltern/Essen

, 03.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Weil er für ein Online-Computerspiel Geld brauchte, hat ein 32-jähriger Mann aus Haltern fast seine Freiheit verspielt. Doch er hatte Glück. Die Berufungsrichter am Essener Landgericht verurteilten den Azubi am Montag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Der Angeklagte hatte zwischen Januar 2017 und Januar 2018 immer wieder Waren über das Internet bestellt und sie ohne zu bezahlen weiterverkauft. Das Geld investierte er in „Aion“, ein Fantasyspiel, das seine ganze Aufmerksamkeit erforderte und immer neue Kosten produzierte. Sieben bis acht Stunden pro Tag saß er nach eigenen Angaben vor dem Computer, manchmal auch mehr.

Bestellungen von rund 17.000 Euro unter falschem Namen

Die Bestellungen hatte er über Alias-Namen abgewickelt. Trotzdem war es nur eine Frage der Zeit, bis der Betrug auffiel.

Das Amtsgericht Marl hatte in erster Instanz sogar eine Gefängnisstrafe verhängt, weil der 32-Jährige schon mehrfach wegen Betrugs vorbestraft ist.

In der Berufungsverhandlung am Essener Landgericht hatte der Angeklagte jedoch einen großen Trumpf in der Hand: Er hat Auto und Computer verkauft und damit den Gesamtschaden von rund 17.000 Euro fast ausgeglichen. Außerdem geht er wegen seiner Spiel- und Kaufsucht im Sommer in eine psychiatrische Tagesklinik. Das wurde besonders honoriert. Richterin Luise Nünning: „Sie stellen sich ihren Problemen.“

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