So wie hier im Rahmen eines Modellversuchs sollen die Hausärzte zunächst Pflegebedürftige und nicht mehr mobile Patienten gegen das Coronavirus impfen. © picture alliance/dpa
Impfungen

Corona: Halterner Hausärzte können zunächst nicht flächendeckend impfen

Viele Anfragen zur Impfung gegen das Coronavirus erreichen die Halterner Hausarztpraxen in letzter Zeit. Die Telefonleitungen sind überlastet. Die Ärztesprecherin verweist ans Impfzentrum.

Ab 6. April sollen die Arztpraxen auch die Impfung von Pflegebedürftigen, die über 80 Jahre und nicht mehr mobil sind, sowie von Personen mit Pflegegrad 4 übernehmen. Betroffene Pflegebedürftige können ihrem Arzt außerdem bis zu zwei Kontaktpersonen (z.B. pflegende Angehörige) benennen, die im Rahmen der aufsuchenden Impfung mitgeimpft werden.

Die Praxen in Haltern wurden laut Auskunft von Dr. Astrid Keller, der Sprecherin der Halterner Ärzteschaft, am Donnerstag (25. März) mit ersten Informationen zur geplanten Impfung in den Hausarztpraxen versorgt. Es sei voraussichtlich noch eine sehr kleine Anzahl von Impf-Dosen, erklärt Dr. Keller. „Wieviel wir genau bekommen, wissen wir auch noch nicht.“ Diese Dosen seien nach der Ansicht aller Kollegen für einen Kreis von schwer kranken und vor allem nicht mobilen Patienten vorgesehen.

Diese Patienten sind häufig nicht in der Lage, sich selbst zu melden. Im Gegensatz dazu hätten alle Kollegen extrem viele Anfragen von Patienten, die gerne in ihrer Hausarztpraxis geimpft werden möchten.

„So verständlich es ist, diese natürlich bequeme Lösung zu bevorzugen, können wir zum aktuellen Zeitpunkt und auch voraussichtlich in den nächsten Wochen keine flächendeckende Versorgung anbieten“, bedauert Dr. Keller im Namen der Ärzteschaft.

Ihr sei bewusst, dass die Terminvergabe im Impfzentrum anfangs sehr schwierig war. „Viele Maßnahmen sollen hier Abhilfe schaffen. Ob es funktioniert, wird man sehen.“ Habe man aber einmal einen Termin, laufe es im Impfzentrum sehr gut und ohne große Wartezeiten. „Viele Patienten sind begeistert, wie gut die Abläufe funktionieren.“ Das ganze Prozedere dauere inklusive 15-minütiger Nachbeobachtung in der Regel weniger als eine Stunde. Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten seien gut.

Bitte von Terminanfragen zur Impfung in den Praxen absehen

„Deshalb appellieren wir an die Patienten, dass sie, wenn möglich, dort einen Impftermin machen und wahrnehmen“, teilt Dr. Keller mit. Bald werden die Menschen der Priorisierungsgruppe 2, 70-79 Jahre und Patienten mit besonders hohem medizinischem Risiko ( z. B. aktive Krebserkrankung, schwere COPD, Adipositas mit BMI > 40) geimpft.

Diese große Gruppe kann vermutlich schneller im Impfzentrum geimpft werden. Das Impfzentrum hat hier viele Kapazitäten. Im weiteren Verlauf, wenn mehr Impfstoff kommt, werden in den Hausarztpraxen mehr Impfungen möglich sein. Aber auch dann wird das Impfzentrum weiterhelfen.

„Im Namen aller Kollegen bitten wir alle Patienten, von Terminanfragen zur COVID-19-Impfung zunächst abzusehen. Viele Informationen sind auch auf den Homepages der Arztpraxen abrufbar. Damit halten sie auch die Telefonleitungen frei, die in der jetzigen Zeit in jeder Praxis überlastet sind“, formuliert Dr. Keller für die Halterner Ärzte.

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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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