Kinder und Jugendliche ab 12 könnten ab Montag gegen Corona geimpft werden. Eine Empfehlung der Stiko steht jedoch noch aus. © picture alliance/dpa
Impfungen

Corona-Impfung für Kinder: Halterner Ärzte warten auf Stiko-Empfehlung

Ab Montag können Kinder ab 12 Jahren gegen Corona geimpft werden. In Haltern sind diese Impfungen zurzeit nicht geplant, teilte Halterns Ärztesprecherin mit. Der Impfstoff ist weiterhin knapp.

Theoretisch können sich ab Montag alle, die eine Impfung gegen Corona haben wollen, impfen lassen – auch Kinder ab zwölf Jahren. Praktisch gibt es immer noch zu wenig Impfstoff, weshalb im Impfzentrum in Recklinghausen keine Ersttermine mehr vergeben werden.

Auch bei den Halterner Hausärzten ist der Impfstoff weiter knapp. „Wie viel es nächste Woche wird, erfahren wir vermutlich am Freitag“, teilte Dr. Astrid Keller, Sprecherin der Halterner Ärzteschaft, auf Anfrage mit. Eigentlich wurde ihnen im Juni mehr Impfstoff versprochen, genaue Mengenangaben wurden nicht gemacht. Die Zahl der Anfragen per E-Mail und Telefon sei weiterhin hoch, sagt Dr. Keller.

Astrazeneca gebe es so gut wie gar nicht, Biontech fast nur für Zweitimpfungen. „Beliebt ist der jetzt gelieferte Impfstoff von Johnson & Johnson“, sagt die Sprecherin. Hierbei handele es sich um einen Vektorimpfstoff mit ähnlich (kleinen) Risiken für jüngere Patienten wie Astrazeneca, aber mit dem Vorteil, dass nur eine Dosis erforderlich sei.

„Da gibt es viele Diskussionen“

Mit erweiterter Aufklärung und individueller Abwägung mit dem behandelnden Arzt können sich laut der Medizinerin aber auch jüngere Patienten impfen lassen. Reguläre Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) ist aber für über 60-Jährige. „Bedauerlicherweise lehnt gerade diese Altersgruppe die Impfung zum Teil vehement ab. Da gibt es viele Diskussionen“, so Astrid Keller.

In Haltern seien zurzeit keine Impfungen für Kinder zwischen 12 und 16 Jahren geplant, teilte sie mit. „Wir warten zunächst auf die Empfehlung der Stiko, wahrscheinlich wird eine generelle Empfehlung noch nicht kommen, sondern nur für wirklich chronisch kranke und stark gefährdete Kinder empfohlen.“ Außerdem sollte zunächst ein Großteil der Erwachsenen, für die Covid-19 deutlich gefährlicher ist, geimpft sein.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat derweil um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen gegen Corona geworben. Die Entscheidung müsse „auf der besten verfügbaren Evidenzbasis getroffen werden“. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten dafür nicht aus, so Mertens in einem Podcast des NDR.

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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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