Corona-Krise: Leiter der Jugendherberge Haltern bleibt zuversichtlich

hzMäßige Auslastung

Seit Ende Mai hat die Halterner Jugendherberge wieder geöffnet. Die Auslastung ist aktuell eher mäßig. Leiter Michael Falkenreck erklärt, was ihn für die Zukunft dennoch positiv stimmt.

Sythen

, 19.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach rund zehnwöchiger Schließung ist Ende Mai ein Teil der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe wieder an den Start gegangen: 16 der 29 Häuser in der Region wurden am 29. Mai wiedereröffnet. Mit dabei war auch die Halterner Einrichtung.

Die hervorragend ausgestattete Jugendherberge mit ihrem „Römischen Dorf“ und der Seelage ist seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für Vereine, Schulen, Radtouristen oder Familien. In puncto Bettenauslastung führte der Standort Haltern am See 2017 sogar die Rangliste der Jugendherbergen in der Region an (39.614 Übernachtungen bei 234 Betten).

Michael Falkenreck ist seit Herbst 2018 Leiter der Jugendherberge in Haltern.

Michael Falkenreck ist seit Herbst 2018 Leiter der Jugendherberge in Haltern. © Jürgen Wolter

Im vergangenen Jahr waren die Übernachtungszahlen ähnlich gut. „2020 hätte für uns sogar ein Rekordjahr werden können“, sagt Michael Falkenreck, Leiter der Halterner Jugendherberge. Dann kam die Corona-Krise mit ihren Folgen. Falkenreck: „Die Übernachtungszahlen dürften nun geringer als erwartet ausfallen. Das ist jetzt schon absehbar.“

Höchste Auslastung in der Region

Im Vergleich mit anderen Häusern des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) stehe die Halterner Jugendherberge dennoch ziemlich gut da. „In den vergangenen Wochen haben wir die höchste Auslastung in der Region gehabt. An den Feiertagswochenenden waren wir mit rund 150 Gästen teilweise auch ausgebucht“, so Falkenreck.

Das Niveau der Auslastung sei jedoch nicht mit der Zeit vor der Pandemie vergleichbar. Aus Sicherheitsgründen dürfen derzeit beispielsweise oft nur die Hälfte der in den Zimmern verfügbaren Betten belegt werden. „Uns fehlen auch Vereine und Schulklassen, die ihre geplanten Fahrten nicht antreten. Das finde ich sehr schade, auch für die Kinder und Jugendlichen, die sich darauf sicher gefreut haben“, sagt Michael Falkenreck.

Jedes Zimmer eigene Dusche und Toilette

Das Haus am Stockwieser Damm wurde vor wenigen Jahren komplett umgebaut und renoviert. Daher gibt es auch keine Gemeinschaftsduschen oder -toilettenanlagen. „Jedes Zimmer hat seine eigene Dusche und Toilette“, so Michael Falkenreck. „Das ist natürlich ein Vorteil.“

Im Speisesaal und bei den allgemeinen Laufwegen im Gebäude habe man mittlerweile viele neue Abstandsregelungen und weitere Hygienemaßnahmen umgesetzt. Im großen Speisesaal wurde beispielsweise zwischen den Tischen und auf den Wegen zur Essensausgabe Abstand geschaffen. Ein Büfett gibt es nicht mehr. Die Gäste müssen sich das Essen einzeln an der Ausgabe abholen, die noch durch Plexiglasscheiben zusätzlich gesichert ist. Sie müssen sich außerdem eines der vorgegebenen Zeitfenster für ihre Mahlzeiten aussuchen, damit sich nicht zu viele Personen gleichzeitig in dem Saal befinden.

Pläne auf Eis gelegt

Die vorhandenen Pläne für den Bau eines neuen Tagungsraums in einem Nachbargebäude seien dagegen vorerst auf Eis gelegt, so Falkenreck. „Wir sind uns sicher, dass der Bedarf in Haltern vorhanden ist, aber eine solche Investition ist unter den aktuellen Umständen nicht darstellbar.“

Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich der Halterner Jugendherbergsleiter dennoch optimistisch. „Wir haben schon jetzt sehr viele Reservierungen für das kommende Jahr. Immer mehr Familien und Radfahrer nutzen unsere vielfältigen Angebote.“

Zuversichtlich stimme ihn auch sein motiviertes Mitarbeiterteam. „Alle sind gewillt, am Ende gestärkt aus dieser Krise herauszukommen. Trotz Kurzarbeit und vieler neuen Herausforderungen, blicken wir deshalb optimistisch nach vorne.“

Weitere Informationen zu den Jugendherbergen in der Region finden Sie unter: www.nordsee-sauerland.jugendherberge.de/westfalen-lippe

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