Corona-Krise: Polizei warnt vor neuen Tricks der Betrüger

Polizei warnt

Sie geben sich als Ärzte oder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus und wollen sich so Zutritt zu Wohnungen verschaffen. Die Polizei warnt, dass Trickbetrüger sich der Corona-Krise anpassen.

Haltern

01.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Betroffene sollten das Gespräch beenden und das Telefon auflegen, um dann neu zu wählen und unter 110 die Polizei anzurufen.

Betroffene sollten das Gespräch beenden und das Telefon auflegen, um dann neu zu wählen und unter 110 die Polizei anzurufen. © Pixabay_Sabine van Erp

Das Coronavirus hält ganz Deutschland in Atem. Trickbetrüger nutzen die aktuelle Situation zu ihrem Vorteil. Mit einer neuen Variante des Enkeltricks versuchen sie, an Geld und Wertsachen von älteren Menschen zu kommen. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich zu keinem Kontakt hinreißen zu lassen.

Mal geben sich die Betrüger als Ärzte oder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus. Sie tragen Schutzanzüge oder Mundschutz, klingeln an den Haustüren und geben an, als Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes die Hausbewohner auf das Virus testen zu wollen. Unter diesem Vorwand wollen sie sich Zugang zum Haus verschaffen.

Tipps der Polizei

Trickbetrüger erfolgreich abwehren

  • Treten Sie Fremden selbstbewusst gegenüber.
  • Öffnen Sie Unbekannten niemals die Tür.
  • Geben Sie keine Auskünfte über Ihre Lebens- oder Vermögensverhältnisse.
  • Geben Sie weder Geld noch Wertsachen an Fremde heraus.
  • Beenden Sie merkwürdige Telefonate frühzeitig.
  • Melden Sie den Vorfall der Polizei.

Auch der altbekannte „Enkeltrick“ bekommt in Zeiten der Corona-Krise einen neuen Schliff: Trickbetrüger rufen bei älteren Menschen an und gaukeln ihnen vor, ein Enkel oder Verwandter zu sein, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Die Senioren werden gebeten, Geld zu geben, damit teure Behandlungen oder Medikamente bezahlt werden können. Ein „Bekannter“ werde das Geld oder Wertgegenstände abholen kommen.

Auf Nachfrage teilt Michael Franz von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde in Recklinghausen mit, dass es bisher in Haltern noch „keine besonderen Auffälligkeiten“ bei möglichen Betrügereien im Zusammenhang mit Corona gegeben habe.

Im vergangenen Jahr gab es laut der polizeilichen Kriminalstatistik in Haltern keine Anzeigen von Personen, die durch den „Enkeltrick“ um Geld gebracht wurden. Versuche gibt es jedoch immer wieder.

In zwei Fällen wurden 2019 Frauen in Haltern um nennenswerte Geldsummen erleichtert. Einer 59-Jährigen und einer 83-Jährigen hatten Personen vorgegaukelt, Polizisten zu sein, womit sie erreichten, dass ihnen Geld ausgehändigt wurde, wie Michael Franz auf Anfrage weiter mitteilte.

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Ob Corona-Krise oder nicht: In allen Fällen rät die Polizei zu einem gesunden Misstrauen gegenüber Fremden auf der Straße oder an der Haustür. Die Beamten empfehlen zudem: Niemals persönliche Daten oder Geld weitergeben. Die Bürger sollten nur Freunden, Nachbarn und Bekannten vertrauen, wenn diese Hilfe anbieten.

Und: Umgehend den Notruf der Polizei 110 wählen, wenn derartige Personen telefonisch oder persönlich Kontakt aufnehmen. Betroffene sollten das Gespräch beenden und das Telefon auflegen, um dann neu zu wählen.

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