Werben für Spenden zugunsten des Psychologischen Beratungszentrums: Simone Kemper-Schmidt und Heide Pannhorst. Im Bücherregal stehen Spenden des heimischen Buchhandels. © Schrief
Psychologisches Beratungszentrum

Corona: Menschen suchen Hilfe im PBZ, aber auch das PBZ braucht Hilfe

Verlässliche Hilfe braucht eine stabile Finanzierung: Das Psychologische Beratungszentrum an der Kirchgasse in Haltern hilft schnell und unbürokratisch, aber finanziell wird es eng.

Seit über 30 Jahren gibt es das Psychologische Beratungszentrum (PBZ) in Haltern. Es bietet, unabhängig von Konfession und Weltanschauung, kostenlos psychologische Beratungen und Therapien zum Beispiel bei Depressionen, Cyber-Mobbing oder Beziehungsproblemen an. Getragen wird das PBZ von Stadt und Land.

„Aber Miete, Energie- und Sachkosten müssen wir selber tragen. Das können bis zu 16.000 Euro im Jahr sein“, beschreibt Heide Pannhorst, Vorsitzende des Fördervereins, eine Kassenlage, die permanent Kopfzerbrechen bereitet. „Wir sind auf Spenden angewiesen, um überleben zu können“, betont Simone Kemper-Schmidt, ebenfalls im Förderverein.

Manche Menschen stoßen in Corona-Zeit psychisch an Grenzen

Wie wichtig die Einrichtung für Halterner ist, zeigen die Zahlen. Etwa 300 Klienten betreut das PBZ pro Jahr. Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist die Einrichtung eine wichtige Anlaufstelle. „Große Sorgen und Ängste, mit denen Menschen schon vorher nur mühsam umgehen konnten, verschärfen sich jetzt“, berichtet Simone Kemper-Schmidt aus dem Alltag. „Corona bringt sie an Grenzen und zu uns.“ Denn für sie ist das PBZ mit schneller Ersthilfe in ihren Nöten eine willkommene Anlaufstation.

Heide Pannhorst hatte vor über 30 Jahren als SPD-Ratsmitglied das PBZ in Haltern auf den Weg gebracht. Ihr und ihrem Team gelang es in der Vergangenheit immer wieder, Förderer wie Privatpersonen, Bürgerstiftung, Banken oder Kaufleute für eine Unterstützung zu gewinnen. Das funktionierte auch deshalb, weil der (gemeinnützige) Förderverein öffentlich auf sich aufmerksam machte – zum Beispiel durch Vorträge, Lesungen oder Info-Stände. „Das alles ist jetzt in Corona-Zeiten nicht möglich“, bedauern Heide Pannhorst und Simone Kemper-Schmidt. „Wir brauchen dringend Spenden, um überleben zu können. Sonst müssen wir schließen“, betonen sie.

Spenden sichern die Zukunft des Beratungszentrums

Das wäre für die Hilfesuchenden aus Haltern schwer zu verkraften. Drei Therapeuten in Voll- und Teilzeit sichern die Beratung im Haus an der Kirchgasse 1. Unterstützt werden sie von einer Bürokraft (halbe Stelle). Das Hilfsangebot wird ergänzt durch Kurse und Selbsthilfegruppe.

Diskretion sei oberstes Gebot, versichern Heide Pannhorst und Simone Kemper-Schmidt. „Viele, die bei uns Hilfe bekommen haben, spenden nach dem Abschluss ihrer Therapie oder Beratung“, freut sich Simone Kemper-Schmidt. Andere werden für 20 Euro im Jahr Mitglied im Förderverein.

Das allein reicht nicht. „Wir sind dankbar für jeden Beitrag, ob einmalig oder regelmäßig, damit das PBZ eine Zukunft hat“, sagt Simone Kemper-Schmidt. Infos: www.pbz-haltern.de

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Elisabeth Schrief

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