Im Sythener Alloheim ist eine Bewohnerin an Covid-19 gestorben. © Jürgen Wolter
Altenwohnhaus

Corona-Todesfall in Sythener Seniorenheim – mehrere Infizierte gemeldet

Die 81-Jährige, die am Dienstag als zweite Halterner Corona-Tote gemeldet worden war, war Bewohnerin des Alloheims in Sythen. Das bestätigte die Einrichtung. Es gibt weitere Fälle im Heim.

Am Dienstag (29. Dezember) meldete die offizielle Statistik des Kreises einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Mutmaßlich handelte es sich bei der 81-jährigen Frau um eine Bewohnerin des Sythener Alloheims. Das bestätigte eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen SE der Halterner Zeitung nun auf Nachfrage.

Aktuell seien drei Bewohner der Einrichtung positiv auf Covid-19 getestet, so die Sprecherin weiter. Eine Person befinde sich mit einer positiven Testung im Krankenhaus. Man habe am Dienstag weitere Verdachtsfälle mit einem PCR-Test getestet. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen, hieß es in einer Presseerklärung. Details über den Gesundheitszustand der Infizierten teilte die Sprecherin nicht mit.

Angehörige machen sich große Sorgen

Ein Sythener, dessen Schwiegermutter seit drei Jahren als Bewohnerin im Alloheim lebt, macht sich derweil große Sorgen. Bei den Bewohnern und Mitarbeitern der Pflegeeinrichtung seien kürzlich Schnelltests durchgeführt worden. Dabei soll es seines Wissens nach gleich mehrere positive Ergebnisse gegeben haben – sowohl beim Personal als auch bei Bewohnern unterschiedlicher Wohnbereiche. „Dennoch sind weiterhin Besucher erlaubt und sogar Mahlzeiten sollten weiter zusammen eingenommen werden. Das kann es doch nicht sein“, sorgt sich der Sythener um die Gesundheit seiner Schwiegermutter und der weiteren Bewohner.

„In der Einrichtung wird, in Abstimmung mit den lokalen Behörden, ein umfangreiches Isolations- und Quarantänekonzept umgesetzt, das Vorsorge- und Quarantänemaßnahmen beinhaltet“, schreibt die Alloheim Senioren-Residenzen SE Zentrale in Düsseldorf.

Alle Bewohner der Einrichtung würden engmaschig beobachtet, so würde zum Beispiel regelmäßig Fieber gemessen und Symptomkontrollen durchgeführt. Bewohner und Mitarbeiter würden regelmäßig getestet.

Alle positiv getesteten Bewohner seien unter Zimmerquarantäne gestellt. Für die gesamte Einrichtung gelte, dass Mahlzeiten vornehmlich nur noch auf den Zimmern ausgegeben werden.

Besuche sind grundsätzlich weiter erlaubt

Das Verständnis für diese Maßnahmen sei bei den übrigen Bewohnern durchweg positiv, so habe sich ein Großteil der Bewohner zusätzlich freiwillig in die Zimmerquarantäne begeben. Der überwiegende Teil der Angehörigen reagiere verständnisvoll. „Die Mitarbeiter sind wohnbereichsbezogen eingeteilt. Die Mitarbeiter (Pflege, Reinigung etc.) arbeiten also ausschließlich auf dem ihnen zugewiesenen Wohnbereich“, teilte die Alloheim-Sprecherin weiter mit.

Die positiv getesteten Bewohner dürften aktuell keine Besuche empfangen. Um mit ihren Lieben in Kontakt bleiben zu können, unterstütze das Alloheim die Bewohner bei Telefonaten mit der Familie oder anderweitig. Alle anderen Bewohner dürften weiterhin Besuch im Rahmen des Hygienekonzeptes empfangen.

Der Angehörige aus Sythen befürchtet, dass es in der Einrichtung zu einem größeren Ausbruchsgeschehen kommen könnte, wenn von der Unternehmensleitung nicht umgehend strengere Maßnahmen getroffen werden. In einer WhatsApp-Gruppe, in der sich Angehörige regelmäßig austauschen, herrsche derzeit große Verunsicherung. „Alle machen sich riesige Sorgen.“

Auch im Alloheim laufen die Vorbereitungen auf die Impfaktion. Das teilte die Einrichtung auf Anfrage mit. Aktuell würden alle Bewohner, ggf. deren Bevollmächtigte und Mitarbeiter befragt, ob sie sich impfen lassen möchten. So hätten sie einen Aufklärungsbogen, Einwilligungserklärungs- und Anamnesebogen erhalten, der ausgefüllt und unterzeichnet werden muss. Auch hier gebe es, wie in den anderen Seniorenwohnhäusern Halterns, noch keinen konkreten Zeitplan für die Impfung, hieß es.

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1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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