Corona-Krise schlägt auf den Arbeitsmarkt durch

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Die Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt. Die aktuellen Zahlen für März spiegeln die Entwicklung zwar noch nicht wider, Anträge auf Kurzarbeitergeld erreichen aber eine Rekordmarke.

Haltern

, 31.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeitslosenzahlen sind im März gesunken. Das sagt zumindest die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur im Kreis Recklinghausen. Die Zahlen wurden aber erfasst, bevor die Corona -Krise auf den Arbeitsmarkt durchschlug. Stichtag für die Erhebung war der 12. März.

„In diesem Monat hat Corona mit großer Wucht das gesamte Leben erschüttert und zum Teil stillgelegt. Dies gilt natürlich auch für den Arbeitsmarkt im Kreis, wenngleich es in den aktuellen Zahlen noch nicht zum Ausdruck kommt“, beschreibt Frank Benölken, Leiter der Recklinghäuser Arbeitsagentur, die Situation.

709 Arbeitslose im März in Haltern erfasst

Nach der aktuellen Statistik waren in Haltern im März 709 Personen arbeitslos gemeldet. Im Februar waren es noch 733, das entspricht einem Rückgang der Quote von 3,5 auf 3,4 Prozent. Die niedrigste Quote war allerdings 2019 im Juni und im Oktober mit jeweils 3,1 Prozent erreicht worden.

Was seit dem 12. März geschehen ist, spiegelt sich in den aktuelle Zahlen allerdings noch nicht. „Das wird erst im April der Fall sein. Somit ist die Aussagekraft der Statistik gerade sehr eingeschränkt und wir müssen mindestens den kommenden Monat für eine richtungweisende Aussage abwarten“, so Frank Benölken weiter.

„Corona wird den Arbeitsmarkt schwer treffen“

Welche Auswirkungen die Krise auf den Arbeitsmarkt haben wird, daran lässt Frank Benölken keinen Zweifel: „Corona wird den Arbeitsmarkt auch bei uns schwer treffen und zu steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Beschäftigung führen. Entscheidend für das Ausmaß wird sein, wie lange der derzeitige Stillstand andauern wird. Können wir in den nächsten sechs bis acht Wochen zur Normalität zurückkehren, rechnen wir ab der zweiten Jahreshälfte mit einer Entspannung und sinkender Arbeitslosigkeit. Dann profitieren wir davon, dass der Arbeitsmarkt vor Corona sehr stabil und die Nachfrage nach Arbeitskräften ungebrochen hoch war.“

Nirgendwo waren die Corona-Auswirkungen für den heimischen Arbeitsmarkt so deutlich zu erkennen wie bei der Kurzarbeit. Anfragen und Anzeigen von Unternehmen im Vest Recklinghausen stiegen ab Monatsmitte immens an. Anzeigen von über 1200 Betrieben (hochgerechnet) aus dem Kreis Recklinghausen lagen bereits bis Ende vergangener Woche vor, eine Rekordmarke. Viele, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, waren das erste Mal mit Kurzarbeit konfrontiert. Die zuständigen Teams in der Arbeitsagentur werden massiv verstärkt. Die Verfahren werden so einfach und unbürokratisch wie möglich angewandt. „Kurzarbeitergeld ist eine Pflichtleistung, wer einen Anspruch hat, erhält die Leistung. Ohne Wenn und Aber“, sagt Frank Benölken.

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