Coronavirus: Dürfen Geocacher ihr Hobby in Haltern noch ausüben?

hzGeocaching in Coronazeiten

Geocaching ist ein Hobby, das man allein oder zu zweit in der Natur ausüben kann. Birgt es trotzdem Infektionsrisiken mit Corona? Die Meinungen der Cacher gehen auseinander.

Haltern

, 25.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Geocaching werden Fundstücke (Dosen) vor allem in der freien Natur versteckt. Kann man diese Sportart, bei der es um das Auffinden der Verstecke geht, auch in Corona-Zeiten weiter ausüben? Die Meinungen gehen auch in der Szene auseinander.

Im Gegensatz zu den meisten Sportarten, bei denen sich Akteure zum Vergleich treffen und Zuschauer dicht gedrängt das Geschehen verfolgen, kann man Geocaching auch ganz allein ausführen.

Während zu Beginn der Pandemie noch viele Medien dieses Hobby als guten Ersatz empfahlen, hat sich mittlerweile unter den Cachern das Lager in zwei Fronten gespalten. So auch in Haltern am See, wo die einen weiter auf die Suche gehen und die anderen für den unmittelbaren Stop und das Zuhause bleiben plädieren.

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Wer einen Cache legt, nennt sich Owner. Er ist für dessen Pflege zuständig und kann ihn für eine Zeit lang auch sperren. Einer, der in Haltern viele kreative Dosen gelegt hat, ist der „Fuchsläufer“. Josef Tuttmann ist handwerklich geschickt und baut Geocaches, die Cacher weit über Haltern hinaus anlocken. „Seit der Seuche habe ich nichts mehr an meinen defekten Caches repariert und war selbst auch nicht mehr suchen“, sagt der Rentner allerdings zurzeit.

Hobby kann auch allein oder zu zweit ausgeübt werden

Der Suchende, der User, geht teilweise mehrere Kilometer weit, um ein Versteck zu finden. Das ist der Reiz dieses Hobbys. Bewegung, unbekannte Orte, Rätseln und Suchen sind nur einige Parameter, die immer mehr Leute zu diesem Hobby mit GPS oder Handy animieren. Dabei kommen immer wieder neue Innovationen dazu. In der Adventszeit des letzten Jahres erstellte eine Halterner Gruppe eine Angelrunde. Täglich konnte man eine Dose mittels einer Angel bergen.

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Ein Halterner Geocacher, der seinen Namen aufgrund seines sensiblen Berufes nicht nennen möchte, sagt: „Wenn täglich mehrere Leute an meinen Cache gehen, würde ich ihn sperren. Wenn nur ab und zu ein Log eingeht, lass ich ihn offen.“ Bärbel und Volker cachen unter dem Pseudonym „Rennschnecke“ und „bennat biker“. Die beiden Rentner suchen weiterhin Dosen. „Wir haben Latexhandschuhe an, damit kann man schreiben und sonst alles machen, was zum cachen nötig ist“, sagt Volker, „zudem haben wir immer ein Fläschchen Desinfektionsspray dabei.“

Die versteckte Dose an der Burg Lüdinghausen.

Eine versteckte Dose an der Burg Lüdinghausen. © Jürgen Patzke

Geocacher Christian hat seine eigenen Caches nicht nur gesperrt, sondern auch archiviert. „Ich bin nicht sicher, ob man sich doch anstecken kann und dann passiert es an meinem Cache! Außerdem sehe ich nicht, ob es eine Rudelbildung gibt. Es ist mir das Risiko nicht wert“, sagt er.

Einige „Owner“ befürchten ein Ansteckungsrisiko

Die Owner, die ihre Geocaches vorübergehend deaktiviert haben, wollen nicht, dass sich jemand an ihrem Behälter infiziert. Events aller Größen, die den Beschlüssen der Bundesregierung widersprechen und für Kontakte sorgen, sind sowieso abgesagt.

Auch „Cache In Trash Out“-Umweltaktionen (CITO) unterliegen jetzt diesem Verbot. Hierbei handelt es sich um Aktionen, bei denen mit vielen fleißigen Händen ein Waldstück vom Unrat befreit wird. Aber viele fleißige Hände sind viele Berührungspunkte, die wiederum große Ansteckungsgefahren darstellen.

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Die Reviewer (Aufsicht über das Geochacher-Wesen) haben alle Mitglieder informiert, wie die Zeit während der Corona-Krise geplant ist:

„Wir Reviewer für Nordrhein-Westfalen haben uns aufgrund der derzeitigen Lage dazu entschlossen, bis auf Weiteres keine neuen Geocaches, Geocaching Events, CITOs und Community Celebration Events in NRW zu veröffentlichen.“

Am Ende kommen auch die Halterner Geocacher nicht an der Eigenverantwortung vorbei, wollen sie unbedingt dieses Hobby während der Kontaktsperre an den vorhandenen und geöffneten Geocaches ausüben. Abstände, Schutz und Pflege der Hände sind die Voraussetzung.

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