Coronavirus: Halterner Gastronomie-Zulieferer bricht der Umsatz weg

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Nicht nur die Gastronomen haben stark unter der Corona-Pandemie gelitten: Hinter ihnen steht die Zulieferer-Branche, die ebenfalls betroffen ist.

Haltern

, 13.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gastronomie wurde durch das Coronavirus schwer getroffen. Aber die Wirte stehen nicht alleine da: Hinter ihnen arbeitet ein Apparat von Zulieferern, deren Lage nicht weniger kritisch ist. Einer von ihnen ist die Gebrüder Hümmer oHG aus Haltern.

Die Geschäfte werden heute von Hansjörg Hümmer und seine Frau Simone geführt. Sie liefern keine Lebensmittel, sondern das komplette Zubehör, das Gastronomen aber auch Zeltwirte oder Einrichtungen wie Kitas, Pflegeheime und viele andere brauchen: Gläser, Bestecke, Porzellan und auch Hygieneartikel, darunter Desinfektionsmittel und Toilettenpapier.

Umsatzeinbruch beträgt 98 Prozent

„Es wird oft über die Gastronomie berichtet, aber nicht über die Betriebe, die dahinter stehen“, sagt Hansjörg Hümmer. „Aber auch bei uns ist alles abgesagt. Der Umsatzeinbruch beträgt 98 Prozent. Alle Großveranstaltungen finden nicht mehr statt, die Zeltwirte brauchen keine Ausstattung. Selbst wenn es jetzt langsam wieder losgeht, müssen wir immer erst in Vorleistung gehen. Also wieder neue Forderungen und die alten Forderungen sind auch noch offen. Irgendwann, sind die Kollegen dann zahlungsunfähig.“

Hümmer beliefert Veranstaltungen und Events wie Schützenfeste oder Volksfeste sowie Einrichtungen vom Norden bis in die Mitte Deutschlands. Täglich ist er 400 bis 500 Kilometer mit dem Lkw unterwegs, um selbst auszuliefern - sonst. „Jetzt bin ich seit Monaten keinen Kilometer mehr gefahren“, sagt er.

Plastik und Co. ist wieder „in“

Die Hümmer oHG verkauft das Equipment an die Veranstalter. „Plastik war in den letzten Jahren out, alle setzten auf Glas und Porzellan, in Coronazeiten erlebt Kunststoff jetzt wieder einen Boom. Einweggeschirr und Einweggläser sind wieder gefragt. Auch darauf muss man sich als Großhändler wieder einstellen“.

Was Hansjörg Hümmer außerdem zu schaffen macht, ist das Fehlen der sozialen Kontakte: „Mein Beruf macht mir Spaß, ich finde es auch wichtig, den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu pflegen. Das fällt jetzt alles weg und das fehlt mir sehr“, sagt er.

Direkt zu Beginn der Coronakrise hat Hansjörg Hümmer Soforthilfen des Landes beantragt. „Wir fallen unter die Kategorie der Kleinbetriebe. Das hat alles prima geklappt, drei Tage nach Antragstellung war das Geld bereits auf dem Konto“.

Trotzdem können die Mittel den kompletten Umsatzeinbruch natürlich auf Dauer nicht auffangen. Hümmer rechnet bis zum Jahresende nicht mit einem generellen Aufschwung. „Die Feste, die ausgefallen sind, kann man schließlich nicht nachholen.“

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