Coronavirus: Mehr Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Personal im Sixtus-Hospital geplant

Coronavirus-Pandemie

Die Corona-Krise zwingt das Sixtus-Hospital zu drastischen Maßnahmen. Das betrifft die Zahl der Intensivbetten und der Beatmungsgeräte. Außerdem wird dringend zusätzliches Personal benötigt.

Haltern

, 27.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Sixtus-Hospital werden mehr Intensivbetten und Beatmungskapazitäten eingerichtet.

Im Sixtus-Hospital werden mehr Intensivbetten und Beatmungskapazitäten eingerichtet. © Ingrid Wielens

„Aufgrund der aktuellen Krisensituation“ sieht sich die KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH gezwungen, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die Auswirkungen des Coronavirus gewappnet zu sein. Das teilte das Klinikum, zu dem auch das Halterner Sixtus-Hospital gehört, jetzt mit.

Ein interdisziplinäres Expertenteam habe unter anderem „einen erheblichen Ausbau der Intensiv- und Beatmungskapazitäten an allen vier Standorten der KKRN GmbH“ beschlossen. Betroffen von den Maßnahmen sind neben dem Sixtus-Hospital das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus, das Marler Marien-Hospital und das Hertener Gertrudis-Hospital.

Operationen und Behandlungen verschoben

Schon jetzt seien ausgewählte Operationen und Behandlungen in allen vier Krankenhäusern zurückgefahren worden, um auf die erwarteten erhöhten Patientenzahlen vorbereitet zu sein, hieß es weiter. Insgesamt verfügt die KKRN an allen Standorten über rund 1000 Betten, jährlich werden mehr als 34.000 Patienten stationär behandelt. Das Halterner Sixtus-Hospital zählt rund 220 Betten und 415 Mitarbeiter.

Über die konkrete Zahl der Intensivbetten sowie die Zahl der jetzt angestrebten weiteren Intensivkapazitäten wollte sich Dr. Andreas Weigand, Geschäftsführer des Klinikverbundes., auf Anfrage der Halterner Zeitung nicht äußern. Auch über den Umfang der aktuellen und künftigen Beatmungskapazitäten gab er - anders als zahlreiche andere Einrichtungen dieser Art - keine Auskunft.

Freiwilliges Personal dringend gesucht

Für die neuen Intensiv- und Beatmungskapazitäten brauche die KKRN zudem Personal, „um eine adäquate Patientenversorgung sicherstellen zu können“, ließ Guido Bunten, Prokurist des KKRN-Klinikverbundes, wissen. Über Soziale Medien wie Facebook und Instagram sei daher ein Aufruf gestartet worden. „We Want You“ („Wir wollen dich“) heißt es dort. Und: Der Klinikverbund suche „Freiwillige, die uns in unseren vier Krankenhäusern unterstützen!“

Überraschend dabei: Eine medizinische oder pflegerische Qualifikation ist nicht zwingend erforderlich. „Ob mit oder ohne medizinische Vorkenntnisse:

Schreibt uns einfach eine E-Mail an info@kkrn.de“, so der Appell an interessierte Bewerber. Diese sollen lediglich angeben, in welchen Bereichen (zum Beispiel Pflege, Technik oder Verwaltung) sie helfen wollten, versehen mit einem Hinweis, ob sie bereits in einem solchen Bereich tätig waren. Für die ehrenamtliche Tätigkeit will die KKRN Versicherungsschutz, Verpflegung und Schutzkleidung anbieten.

Tägliche Videokonferenzen

Wie der Verbund weiter erklärte, werde täglich eine KKRN-weite Videokonferenz unter Beteiligung des ärztlichen Dienstes, des Pflegedienstes und anderer relevanter Berufsgruppen einberufen, um die Arbeit jeweils an die aktuelle Situation anpassen zu können. „Jeden Tag bewerten wir die Situation neu und reagieren darauf“, sagte Andreas Weigand.

Finanzielle Unterstützung von Bund und Land gefordert

Zugleich hoffe man angesichts der besonderen Anforderungen auf einen finanziellen Ausgleich durch die öffentlichen Stellen. „Wir brauchen diese Unterstützung nicht nur für die freigeräumten Betten, sondern auch für den Aufbau unserer Intensiv- und Beatmungskapazitäten sowie für die Beschaffung von Schutzmaterial“, bestätigte Prokurist Guido Bunten. Nur so könne die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser gesichert werden.

Auch Andreas Weigand fordert: „Diese Krise darf nicht zu Insolvenzen von Kliniken führen, daher appellieren wir an Bund und Land, kurzfristige Liquiditätshilfen sicherzustellen.“

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