Coronavirus: Stille Saison bei den Halterner Spielmannszügen

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Im Frühling und Sommer häufen sich normalerweise die Termine bei den Halterner Spielmannszügen. Doch in diesem Jahr muss alles ausfallen. Die Vereine gehen unterschiedlich damit um.

Haltern, Flaesheim, Hullern

, 06.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Karneval fing die Saison an. Und mit Karneval hörte sie für den Spielmannszug „In Treue fest“ auch schon wieder auf: Auftritte und Märsche bei allen Schützenfesten sind abgesagt, das traditionelle Jux-Osterkegeln fiel aus und die regelmäßigen Proben natürlich sowieso. Der Hullerner Spielmannszug Westfalenklang hätte in den folgenden Monaten eigentlich fast jedes Wochenende einen Auftritt gehabt. Jetzt bleibt es ruhig, nicht nur in Hullern.

Der Vorsitzende des Spielmannszugs Flaesheim, Philipp Kweseleit, macht sich Sorgen, wie es nach den Kontaktbeschränkungen weitergehen wird. Der Spielmannszug Flaesheim nimmt natürlich am Schützenfest Flaesheim statt. Der Termin wurde mit dem Schützenverein abgesprochen und steht schon im Terminplan für das nächste Jahr.

Termine könnten sich 2021 überschneiden

Dennoch könnte es generell zu Überschneidungen mit anderen Terminen kommen, für die der Spielmannzug bereits eingeplant sei. „Wir haben die Verträge für nächstes Jahr schon unterschrieben“, erklärt Kweseleit. Außerdem brächen alle Einnahmen weg, die der Verein dieses Jahr durch Auftritte bekommen hätte. Das werde jetzt bei den Ausbildern, den Instrumenten und mit einer schlechteren Webseite eingespart.

Franz-Josef Lojack von „In Treue fest“ sieht die finanzielle Lage seines Vereins entspannt. „Wir haben im Moment zwar keine Einnahmen, aber auch keine Ausgaben.“ Schade sei der Ausfall der Veranstaltungen für die Gemeinschaft im Verein. „Beim Kinderkarneval in Olfen war unser Neuzugang, ein neunjähriger Trommler, das erste Mal dabei – der hatte Spaß ohne Ende.“ Philipp Kweseleit teilt die Bedenken, dass gerade bei jungen Musikern das Interesse am Spielmannszug verloren gehen könnte. Der Trend dazu habe sich schon vor Corona in einigen Vereinen abgebildet. Man werde jede Menge Schwung und Motivation brauchen, um sich nach dieser Zeit wieder aufzuraffen, meint er.

Virtuelle Vorstandssitzungen

Währenddessen versucht die Lavesumer Blasmusik virtuell mit der Gruppe in Kontakt zu bleiben und nutzt digitale Medien für Stammtische und Vorstandssitzungen. Dennoch sagt der Vorsitzende Thomas Schulze Temming: „Das größte Problem für uns ist die soziale Einschränkung, der direkte Kontakt fehlt einfach.“

Nun bereite man sich vor, sobald die Kontaktbeschränkungen etwas gelockert würden, Proben in kleinen Gruppen von etwa zehn Personen zu organisieren. „Natürlich bricht die Krise bei uns jetzt auch finanziell ein“, sagt Schulze Temming, denn Kosten für den Dirigenten und Versicherungen liefen weiter.

„Am besten zuhause üben“

Andreas Pötter vom Spielmannszug Westfalenklang Hullern sieht keine größeren Probleme – weder finanziell noch musikalisch. „Für unsere Ausgelernten ist das nicht so tragisch, mal eine Zeit nicht zu proben. Und die Jüngeren sollten am besten trotzdem ein bisschen zuhause üben.“ Auch bei „In Treue fest“ habe jeder sein Mäppchen und seine Übungs-CD zuhause, sagt Franz-Josef Lojack.

Ende September will „In Treue fest“ sein 60-jähriges Jubiläum feiern. Geplant ist ein Sternmarsch und ein Freundschaftstreffen auf dem Marktplatz, zusammen mit allen Halterner Spielmannszügen. Auch Philipp Kweseleit hofft, dort seine Kollegen von den anderen Musikvereinen wiederzutreffen. „Ansonsten spielen wir dann vielleicht wieder an Sankt Martin.“

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