Coronavirus verhinderte besonderes Highlight für Halterner Verlegerin

hzpünktchen Kinderbuchverlag

Für den März hatte die Halterner Autorin und Verlegerin Sandra Rodenkirchen vom „pünktchen Kinderbuchverlag“ eigentlich einen besonderen Ausflug geplant. Doch dann kam das Coronavirus.

von Mareike Graepel

Haltern

, 04.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses Frühjahr sollte für den „pünktchen Kinderbuchverlag“ von der Halternerin Sandra Rodenkirchen (36) mit einem besonderen Highlight starten. Monatelange Vorbereitungen waren bereits getroffen, doch dann machte ihr das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung.

Erstmals wollte sie nicht nur als Besucherin zur Leipziger Buchmesse (LBM) fahren, sondern ihren Kleinverlag als Ausstellerin einem breiten Publikum präsentieren. Ein eigens gebauter Verkaufstresen, Fotocollagen, die „pünktchen“ aus Holz gesägt und mit Acryl bemalt und vieles mehr sollten Besucher an den Stand locken.

„Anfangs konnten wir es gar nicht fassen“

Noch dazu Werbemittel, Logo-Beschilderung, Lesezeichen und 250 handgeklebte Gewinnspielkarten für eine Verlosung. Auch die Kinderbetreuung war für die Messezeit präzise organisiert, ein Zimmer in Leipzig gebucht, der Ablauf getimt, Termine vereinbart und eine Lesung am Sonntag hätte das Messedebüt krönen sollen.

Noch wenige Wochen vor der Leipziger Buchmesse hieß es, die Veranstaltung würde wie geplant stattfinden. Doch trotz genügend Desinfektionsmittel im Messegepäck schlich sich ein mulmiges Gefühl bei Sandra Rodenkirchen ein. Und dann, nur wenige Tage später die offizielle Absage. Die Messe, die Mitte März hätte stattfinden sollen, sollte nicht sein.

2019 kamen rund 286.000 Besucher aus aller Welt auf die Leipziger Buchmesse und 2.547 Aussteller aus 46 Ländern. Rückblickend muss die Entscheidung einer Absage als richtig gewertet werden. Doch was löste das aus? „Wir waren zunächst unendlich traurig. Wir hatten uns so sehr auf die Messe gefreut und natürlich auch auf die Menschen, die wir dort treffen wollten“, erzählt Sandra Rodenkirchen. „Anfangs konnten wir es gar nicht fassen, dass alles umsonst gewesen sein sollte.“

Mini-Lesungen auf Instagram

„Natürlich ist es gerade als Kleinverlegerin wichtig, viele Menschen mit wenig Mitteln zu erreichen, um unsere Titel bestmöglich vermarkten zu können. Darunter zählen nicht nur Buchverkäufe, sondern auch das Angebot von Lesungen, Workshops und Schreibwerkstätten“, erzählt sie.

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Doch auch dort sei sie nicht von Absagen verschont geblieben. Drei Kindergartenlesungen wurden kurzfristig abgesagt, und auch die Halterner Schreibwerkstatt (gefördert vom Schreibland NRW), die bereits zum fünften Mal in der Halterner Stadtbücherei stattfinden sollte, musste abgesagt werden.

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Statt Buchverkäufe auf der Messe anzukurbeln, postet die Halternerin jetzt Mini-Lesungen per Video bei Instagram (puenktchen_kbv) und verweist auf ihren Online-Shop. „Wir rühren fleißig die Werbetrommel, hoffen auf Online-Verkäufe, darauf, dass Lesungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und freuen uns schon jetzt umso mehr auf die LBM 2021“, bleibt Sandra Rodenkirchen positiv.

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