Coronavirus: Vier weitere bestätigte Infektionen in Haltern - 19 neue im Kreis

Coronavirus

Die Zahl der Neu-Infizierten in Haltern steigt weiter: Am Freitag kamen vier weitere in der Seestadt hinzu, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Kreisweit stieg die Zahl um 19.

Haltern

, 18.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 4 min
86 Halterner wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet.

86 Halterner wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet. © picture alliance/dpa

Sieben Wochen war Haltern den Zahlen nach eine coronafreie Stadt. Seit Ende Juli gab es immer wieder Neu-Infizierte in der Seestadt. In den vergangenen 7 Tagen stieg die Zahl der Neu-Infizierten auf 13. 104 Personen sind insgesamt in Haltern als Corona-infiziert gemeldet. 89 von diesen gelten mittlerweile als genesen.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kreis Recklinghausen beläuft sich aktuell (Stand 18. September) auf 2036. Im Vergleich zu Donnerstag sind 19 neue Fälle dazugekommen. Als genesen gelten inzwischen 1863 Menschen - 11 mehr als am Donnerstag.

Die Zahl der Todesfälle ist am Dienstag (15. 9.) auf 46 gestiegen. Eine 75-jährige Frau aus Dorsten, die positiv auf das Corona-Virus getestet war, ist gestorben.

In den letzten sieben Tagen (Stand 18. September) hat es 91 Neuinfektionen gegeben. Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen bei 308 Neuinfektionen, der zusätzlich vom Land zum 1. September eingeführte Grenzwert von 35 liegt umgerechnet bei 215 Neuinfektionen. Beide Grenzwerte werden also nicht erreicht.

Insgesamt haben sich je nach Kreisstadt so viele Menschen angesteckt:

Am Wochenende und an Feiertagen werden vorerst keine Zahlen mehr veröffentlicht.

Test-Ergebnisse werden aktiv mitgeteilt

Wie der Kreis kürzlich mitteilte, häufen sich In den letzten Tagen die Nachfragen im Gesundheitsamt, am Corona-Infotelefon und am Terminkoordinierungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes von Anrufern, die ihre Test-Ergebnisse erfragen wollen. Kreisverwaltung und DRK weisen darauf hin, dass die Getesteten ihre Ergebnisse aktiv mitgeteilt bekommen, sobald diese eingegangen sind. Vorherige telefonische Nachfragen können das Verfahren nicht beschleunigen.

Diese Vorgehensweise gilt für alle Tests, die durch die Hilfsorganisationen im Auftrag des Kreises Recklinghausen durchgeführt werden: Wenn ein Befund beim Terminkoordinierungszentrum eingeht, wird die betroffene Person vom DRK angerufen und über das Ergebnis informiert, sofern das Testergebnis „Corona negativ“ lautet. Wer hingegen von einem niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus getestet worden ist, bekommt dort seinen Befund mitgeteilt. Positive Testergebnisse gehen immer auch beim Gesundheitsamt ein. In diesen Fällen werden die Betroffenen von den Teams im Gesundheitsamt angerufen.

Auch die Ergebnisse von Gruppen-Testungen werden aktiv mitgeteilt und nicht auf telefonische Nachfrage. Diese Testergebnisse haben keinen Einfluss auf angeordnete Quarantäne-Maßnahmen. Wer als enge Kontaktperson für 14 Tage in häusliche Isolation muss, wird durch ein negatives Testergebnis nicht davon befreit.

Kreis stockt Team zur Kontaktverfolgung wieder auf

Weil die Zahlen der Neuinfektionen auch im Kreis Recklinghausen ansteigen, sieht sieht die Kreisverwaltung in den aktuellen Entwicklungen Handlungsbedarf. Das hatte der Kreis bereits in der ersten Augustwoche mitgeteilt.

Das betrifft vor allem den Bereich der Kontaktnachverfolgung. Die Kontaktnachverfolgung sei einer der wichtigsten Schlüsselbereiche im Kampf gegen die Pandemie. Nur durch die schnell Ermittlung und Verfolgung von Kontaktpersonen sei es möglich, Infektionsketten zu unterbrechen, heißt es vom Kreis.

Montags bis donnerstags ist das Team vom Corona-Infotelefon von 8 bis 16 Uhr für die Fragen aus der Bevölkerung da, freitags von 8 bis 12 Uhr.

Mitarbeiter fehlen in anderen Verwaltungsbereichen

Das Team, das zwischenzeitlich aus rund 100 Personen bestand, wurde durch die zunächst positiven Entwicklungen reduziert und muss nun wieder verstärkt werden. Dazu werden externe Kräfte, aber vor allem auch Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt. Letzteres hat erneut zur Folge, dass diese in anderen Verwaltungsbereichen fehlen. Zusätzlich sind außerdem mehr Mitarbeiter beim Infotelefon eingesetzt, das ein deutlich erhöhtes Anrufaufkommen stemmen muss. Dort gehen nicht nur Fragen von Bürgern ein, sondern auch die Rückmeldungen der Reiserückkehrer, die verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Alle Bereiche der Kreisverwaltung sind weiter für die Bürger da, es kann aber zu einer Verringerung von angebotenen Terminen und längeren Bearbeitungszeiten kommen. Weiterhin gilt, dass der Besuch der Verwaltungsgebäude nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist.

Reiserückkehrer stellen große Herausforderung dar

Landrat Cay Süberkrüb: „Besonders Reiserückkehrer stellen für das Gesundheitsamt aktuell eine große Herausforderung dar. Leider zeigt sich, dass mehrere Bürger das Virus aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht haben.“ Eine weitere Problematik könne mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen und Kitas entstehen.

Wegen steigender Zahlen wird nicht nur die Kontaktnachverfolgung und das Infotelefon personell gestärkt, auch der Krisenstab erhöht den Rhythmus seiner Sitzungen. „Bitte achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Halten Sie sich weiterhin an Hygieneregeln, Maskenpflicht und Mindestabstände“, appelliert Süberkrüb an die Solidarität der Bürger.

Erster Todesfall in Dorsten

Der erste Mensch, der im Kreis Recklinghausen am neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2 verstorben ist, war ein 70 Jahre alten Mann aus Dorsten mit Vorerkrankung, der zuletzt im Krankenhaus behandelt worden ist.

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© BZgA

Die Kreisverwaltung in Recklinghausen hat einen Krisenstab einberufen, der die Entwicklung der Lage stets im Auge behalte „und jederzeit handlungsfähig ist“, teilte der Kreis mit.

Lehr- und Kitakräfte können sich ab sofort kostenlos testen lassen

Der Kreis wies am Samstag (1. August) darauf hin, dass Lehrkräfte, Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegeeinrichtungen sich ab sofort kostenlos und freiwillig alle zwei Wochen bei ihrem Hausarzt testen lassen können. Dem voraus ging eine Entscheidung auf Bundes- und Landesebene.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Quarantäne zu begeben und beim Gesundheitsamt zu melden. Darüber hinaus gilt gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes, dass sie sich außerdem auf das Corona-Virus testen lassen müssen.

Für die Tests gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Test wird vor der Einreise nach Deutschland durchgeführt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass er nicht älter als 48 Stunden sein darf, von einem zertifizierten Labor durchgeführt worden sein muss und das Ergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorliegt.
  • Der Test wird direkt bei der Einreise am Flughafen vorgenommen. Diese Tests sind für die Einreisenden kostenlos. Wichtig zu berücksichtigen: Auch in diesen Fällen gilt die Quarantäne so lange, bis das schriftliche Testergebnis vorliegt. Die Nachricht auf dem Smartphone genügt nicht, da diese weder personalisiert ist noch Informationen zum Labor enthält, das den Test durchgeführt hat. Gemäß der aktuell gültigen Einreiseverordnung muss zur Quarantäne-Befreiung allerdings eine schriftliche Bestätigung vorliegen.
  • Der Test wird nach der Rückkehr vom Hausarzt durchgeführt. In diesem Fall ist vorher unbedingt telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufzunehmen und der Hinweis auf die Rückkehr aus einem Risikogebiet zu geben.

Reiserückkehrer aus Ländern, die vom RKI nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden sind, können sich gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes ebenfalls kostenlos bei ihrem Hausarzt auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen.

Alle oben genannten Testungen sind gemäß der aktuell gültigen Verordnungen durch die niedergelassenen Ärzte oder durch die von der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichteten Testzentren durchzuführen. Sollte es dabei Schwierigkeiten geben, ist Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen.

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Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern müssen laut Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums abgesagt werden. Bei Veranstaltungen mit weniger Personen sieht der Erlass vor, dass die örtlich zuständigen Gesundheitsämter eine Empfehlung an die Ordnungsämter der Städte aussprechen, ob die jeweiligen Veranstaltungen stattfinden sollten oder nicht.

„Die Empfehlung des Kreises richtet sich nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts, bei denen es um die Teilnehmer, Veranstaltungsart und Veranstaltungsort geht“, heißt es vom Kreis. Denn neben der Teilnehmerzahl sei auch Alter der Teilnehmer, Intensität und Dauer des Kontaktes, geschlossener oder offener Raum wichtige Kriterien.

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