Daniel Konopka mit seinem CAT 330 NG Bagger beim Abriss der Sparkasse in Sythen. © Jürgen Wolter
Bagger-Fan

Daniel Konopka: Bagger und Baumaschinen sind seine große Leidenschaft

Den Sitz im Führerhaus seines Baggers möchte er für nichts in der Welt eintauschen: Dafür hängte Daniel Konopka sogar seinen Job bei Evonik an den Nagel.

Bagger und Baumaschinen faszinieren ihn schon immer, er hat sie hundertfach fotografiert und inzwischen fährt er sie auch: Daniel Konopka hat dafür sogar seinen Job im Marler Chemiepark an den Nagel gehängt.

„Schon als Kind stand ich immer fasziniert an jedem Bauzaun, wenn irgendwo gebuddelt oder gebaut wurde“, sagt der 24-Jährige, der in Marl aufgewachsen ist und heute für die Halterner Abbruch-Spezialfirma Köster arbeitet. Zuletzt war er beim Abriss der Sythener Sparkasse mit seinem Bagger vom Typ CAT 330 NG im Einsatz.

Vom Chemiepark auf den Bagger

Daniel Konopka machte zunächst 2015 am Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium in Marl sein Abitur. Danach begann er direkt eine Ausbildung zum Chemiekanten bei Evonik im Chemiepark Marl. Als nach drei Jahren aber die Übernahme in eine Festanstellung anstand, lehnte er ab. Daniel Konopka wollte lieber Bagger fahren. Und er hatte in der Zwischenzeit schon viele Kontakte zu Bau- und Abbruchfirmen geknüpft.

Daniel Konopka fotografierte den Abbruch von drei Hochhäusern an der Max-Reger-Straße in Marl mit einem CAT 5080.
Daniel Konopka fotografierte den Abbruch von drei Hochhäusern an der Max-Reger-Straße in Marl mit einem CAT 5080. © Daniel Konopka © Daniel Konopka

„Schon während der Schulzeit hatte ich angefangen, auf Baustellen, die ich besuchte, auch Fotos zu machen“, sagt er. Und ab und zu ließen ihn die Arbeiter vor Ort auch mal im Führerhaus eines Baggers Platz nehmen, wenn sie gerade eine Pause machten.

Die Faszination, diese Technik zu beherrschen und einzusetzen, ließ Daniel Konopka nicht mehr los. Durch seinen Onkel Ludger Konopka, der als Zeitungsfotograf im Einsatz war, entdeckte er außerdem den Spaß am Fotografieren – und verband beide Hobbys miteinander.

„Zuerst haben mich meine Eltern als Schüler noch zu den Baustellen gefahren, später, als ich einen Führerschein hatte, war ich dann selbst unterwegs“, erinnert er sich. Vor allem im Ruhrgebiet war Daniel Konopka bald bei vielen Baufirmen ein bekannter Gast.

Zum Fotografieren des Abbruchs einer Fußgängerbrücke über der A43 rückte Daniel Konopka nachts aus.
Zum Fotografieren des Abbruchs einer Fußgängerbrücke über der A43 rückte Daniel Konopka nachts aus. © Daniel Konopka © Daniel Konopka

„Bald kamen auch Anfragen von den Firmen, ob sie meine Bilder für ihre Homepages verwenden dürften“, sagt er. Er investierte in bessere Fototechnik und war in der Folgezeit immer öfter für Baufirmen als Fotograf im Einsatz, sobald das neben Schule und später Ausbildung möglich war.

In den Ferien jobbte Daniel Konopka als Aushilfe im Tiefbau. „Da war ich dann der „Schüppen-Kalle“, der die weniger schöne Arbeit machen musste“, erinnert er sich schmunzelnd. Wenn andere im Schwimmbad lagen oder später während der Ausbildung in Urlaub fuhren, besuchte Daniel Konopka Baustellen.

Am Ende seiner Ausbildung stand sein Entschluss fest, den Job zu wechseln. „Ich habe noch ein langes Berufsleben vor mir, und man muss etwas machen, was einem Spaß macht, worauf man richtig Bock hat“, findet er. „Und das ist bei mir das Baggerfahren.“

Fingerspitzengefühl und Koordination

Parallel zu seiner Ausbildung hatte Daniel Konopka bereits seinen Lkw-Führerschein gemacht. „Um einen Bagger zu fahren, braucht man keine zusätzliche Ausbildung, allerdings eine Einweisung und eine Sicherheitsunterweisung“, sagt er.

Daniel Konopka arbeitete nach seiner Ausbildung zunächst für ein Brückenabbruch-Unternehmen aus Osnabrück. „Das bedeutete aber, dass die Einsätze oft an Wochenenden stattfanden, weil dafür Straßen oder Autobahnen gesperrt werden mussten“, sagt er. Deshalb wechselte er Anfang 2020 zur Halterner Firma Köster. „Da liegt der Arbeitsplatz in der Nachbarschaft“, sagt Daniel Konopka. Für seinen Bagger braucht er Fingerspitzengefühl und eine gute Koordination: Die Steuerung läuft über Fußpedale und Joy-Sticks im Führerhaus. „Sie erfolgt weitgehend elektronisch“, sagt er.

Im Cockpit seines Baggers fühlt sich Daniel Konopka wohl.
Im Cockpit seines Baggers fühlt sich Daniel Konopka wohl. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Das Fotografieren ist allerdings inzwischen in den Hintergrund getreten. An Wochenenden zieht es Daniel Konopka aber trotzdem noch gelegentlich zu auswärtigen Baustellen. „Und wenn es sich lohnt, fährt auch meine Freundin mit“, erzählt er. Die Freundin weiß sicher, worauf sie sich bei dem Bagger-Fan eingelassen hat.

Fotos von Daniel Konopka finden sich im Internet unter www.baumaschinenfotograf.de.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter
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