Darum ist Lavesums Millionenprojekt Kastanienhof noch nicht fertig

hzGroß, aber einzigartig

20 möblierte Appartements, Tagespflege, Gewerbeflächen und 18 Eigentumswohnungen - das alles zusammen macht das Quartier Kastanienhof aus. Bis zur Eröffnung dauert es aber noch.

Lavesum

, 24.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Lavesum an der Rekener Straße wirken draußen noch die Handwerker, pflastern den Gehweg und demnächst den Parkplatz mit 30 Stellplätzen, im Innern des zweieinhalbgeschossigen Hauses gibt es noch viel einzurichten und einzuräumen. Ursula Eskes, die zusammen mit ihrem Bruder Georg das Projekt Kastanienhof realisiert, packt selbst mit an, damit der Eröffnungstermin 1. September eingehalten werden kann.

„Wir sind ein halbes Jahr in Verzug“, sagt Ursula Eskes. Immer wieder mussten die Bauherren auf viel beschäftigte Handwerker oder auf Materialien warten und außerdem zwei Firmenpleiten auffangen. Das hatte zur Folge, dass auch der Kostenrahmen nicht eingehalten werden konnte. Aus einem 4,3- wurde ein 4,5 Millionen-Euro-Projekt.

Der Kastanienhof teilt sich in zwei voneinander getrennte Häuser. Im Haus an der neuen Kastanienstraße sind alle 18 barrierearmen Eigentumswohnungen in der Größe zwischen 55 und 78 Quadratmetern vergeben. Schon im Oktober zogen die ersten Bewohner ein.

Darum ist Lavesums Millionenprojekt Kastanienhof noch nicht fertig

Die Eigentumswohnungen sind alle vergeben. © Elisabeth Schrief

Im zweiten Haus des Komplexes werden gerade 20 möblierte Miet-Appartements (zwei davon haben zwei Zimmer), ein Gäste-Appartement, die Tagespflege und das Büro des ambulanten Pflegedienstes „Pflege im Quartier“ zu Ende eingerichtet. Die Appartements genießen in der Region Alleinstellungsmerkmal. „Diese Übergangs-Wohnform ist im weiten Umkreis einzigartig, das gibt es bislang nur in Bayern“, betont Ursula Eskes.

Zwei Senioren sind trotz einiger Einschränkungen bereits in ihre Appartements eingezogen, sechs sind insgesamt vermietet, weitere Interessenten haben sich gemeldet. Diese Appartements sind gedacht für Menschen, die ihren Alltag im eigenen Haus nicht mehr bewältigen können, aber noch zu selbstbestimmt leben, als dass sich mit einem Pflegeheim-Platz anfreunden könnten. Hilfe können sie jederzeit dazu buchen. Alle Appartements sind über Rufanlage mit dem Pflegedienst verbunden.

Darum ist Lavesums Millionenprojekt Kastanienhof noch nicht fertig

Der Eingang zu den Pflegeappartements liegt an der Rekener Straße. Noch sind nicht alle Arbeiten fertig. © Elisabeth Schrief

Die Tagespflege, die an fünf Tagen die Woche geöffnet hat, hält 14 Plätze bereit. Sie bildet wie der ambulante Pflegedienst eine Einheit mit der Tagespflege im Lippramsdorfer Lambertusstift. Geplant ist eine Öffnungszeit von 8 bis 16 Uhr, durch die Kooperation mit Lippramsdorf ist künftig auch möglich, samstags und sonntags Gäste aufzunehmen. Sechs Mitarbeiter, davon vier Vollzeitkräfte, sind laut Ursula Eskes für die Tagespflege vorgesehen, derzeit läuft die Personalakquise.

Darum ist Lavesums Millionenprojekt Kastanienhof noch nicht fertig

Die möblierten Appartements sehen etwas nüchtern aus, das wird sich noch ändern. © Elisabeth Schrief

Neu für die Lavesumer ist ein Kiosk mit dem Namen „Treffpunkt Kastanienhof“, er hat seit dem 1. Juni geöffnet. Hier - in der Zweigstelle des Pick Up Flaesheim - gibt es Dinge für den täglichen Bedarf, Getränke, Zeitschriften, Kaffee und Kuchen. Volker Jandt und Barbara Maskos halten ihn täglich von 6 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 8 bis 19 Uhr offen.

Darum ist Lavesums Millionenprojekt Kastanienhof noch nicht fertig

Ursula Eskes lädt im Spätsommer ein, sich ein Bild von dem Wohnkomplex zu machen. © Elisabeth Schrief

Die Dimension des Kastanienhofes stößt teilweise in Lavesum auf Kritik. „Ich erinnere aber an die Worte des Lavesumer Landtagsabgeordneten Josef Hovenjürgen zum Richtfest. Er sagte, die frühere Partytenne sei deutlich höher gewesen, wenn das Gebäude abgebrochen sei, gerate das schnell in Vergessenheit“, erklärt Ursula Eskes zur Optik. Es wird einen Tag der offenen Tür im Spätsommer geben, dann lädt sie alle interessierten Bürger ein, sich ein Bild vom Kastanienhof zu machen.

Erfahrene Bauherren

Ein Quartierskonzept auf 3200 Quadratmetern

Ursula und Georg Eskes sind als Gesellschafter und Geschäftsführer der BarriereFreiRaum GmbH & CoKG die Bauherren der Häuser auf dem 3200 Quadratmeter großen, auf Erbpacht erworbenen Grundstücks. Architekt war Jörg Jäger aus Haltern, die Bauarbeiten vergaben Ursula und Georg Eskes an Firma Mertmann aus Lippramsdorf. 2012 eröffneten Ursula Eskes und Wilfried Kersting als „Betreibergesellschaft Seniorenzentrum Lippramsdorf“ das Altenwohnhaus Lambertusstift mit 63 Plätzen, einer Tagespflege und der „Pflege im Quartier“. Ursula Eskes ist auch Heimleiterin des Pflegezentrums Hirschkamp in Waltrop. 63 Bewohner
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