Das Joseph-König-Gymnasium verabschiedet drei engagierte Lehrer

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Drei Lehrer des Joseph-König-Gymnasiums treten in den Ruhestand. Ihre Abschiedsfeier machte deutlich, dass Schule sehr viel mehr ist als trockener Unterrichtsstoff mit Zahlen und Fakten.

Haltern

, 31.01.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch im normalen Alltag bietet das Lehrerzimmer im Joseph-König-Gymnasium (JKG) den Beschäftigten nur bescheidenen Platz. Am Freitag aber barst der Raum förmlich ob des Andrangs. Grund: Zur Verabschiedung der Lehrer Dagmar Brylla-Möllers, Wolfgang Ahlefelder und Anne-Sophie Böcker waren auch 30 ehemalige Pädagogen gekommen, um alles Gute für den neuen Lebensabschnitt zu wünschen.

Das Kollegium bereitete den scheidenden Kollegen einen warmherzigen und kreativen Abschied, bei dem viele persönliche Erinnerungen aufgegriffen wurden und deutlich wurde, dass Schule so viel mehr ist als die Zahlen und Fakten des Unterrichtsstoffs. Zu den „Urgesteinen“ des JKG gehörten Dagmar Brylla-Möllers und Wolfgang Ahlefelder, die beide schon 1980 ihren Dienst an der Schule aufnahmen.

Dagmar Brylla-Möllers brachte den Jazzdance nach Haltern

Dagmar Brylla-Möllers unterrichtete die Fächer Mathematik und Sport und trug mit ihrem Engagement für Mathematikwettbewerbe und das Thema Gymnastik und Tanz dazu bei, für ein positives Image der Schule zu sorgen. Legendär sind ihre Showinszenierungen im Rahmen der Begrüßung von neuen Schülern und ihren Eltern.

„Dagmar Brylla-Möllers war die Erste, die den Jazzdance nach Haltern und an unsere Schule gebracht hat“, sagte Ulrich Wessel beispielsweise zu den Verdiensten der Pädagogin. „Wenn im Frühjahr der Duft von Waffeln durch die Schule waberte, war das ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Känguru-Wettbewerb an unserer Schule wieder stattfand“, führte er außerdem aus.

Mit der Aufführung des Musicals „Footloose“ habe sich für Dagmar Brylla-Möllers der Reigen an der Schule geschlossen. Die Fachschaft Sport bedauerte, dass durch ihren Abschied viel Fachwissen verloren gehe.

Ihren jüngeren Kollegen riet die frisch gebackene Pensionärin, Träume und Herzenswünsche nicht aufzuschieben, sondern zu verfolgen und das Leben zu feiern.

Wolfgang Ahlefelder wusste seine Schüler zu begeistern

Wolfgang Ahlefelder kam als Diplom-Sportlehrer ebenfalls 1980 an das JKG. Als aktiver Fußballer wusste er seine Schüler für die Bewegung allgemein und auch den leistungsorientierten Wettbewerb zu gewinnen. So leitete er viele Jahre lang die Fußball-AG der Schule und führte sie zu sportlichen Erfolgen. Auch die Kollegen profitierten von seiner Begeisterungsfähigkeit. „Dir verdanke ich, dass ich das Wandern zu schätzen gelernt habe“, sagte Ulrich Wessel.

Die Fachschaft Sport würdigte unter anderem seinen „sportlichen Charme, ohne sich mit den Schülern zu verbrüdern“. Kollegialität und Zuverlässigkeit hätten zu den Eigenschaften des Lehrers Wolfgang Ahlefeld gehört.

An seinem letzten Tag im Dienst hielt dieser ein Plädoyer für mehr Bewegung im Alltag und besonders an der Schule. Das Fach Sport habe hier seine unbedingte Berechtigung, denn der Mensch müsse ganzheitlich betrachtet werden. Ein hoher IQ allein reiche nicht aus. „Bei Sportveranstaltungen habe ich meine Schüler zu Respekt bei einem Sieg und Fairness in der Niederlage angehalten“, erläuterte Wolfgang Ahlefelder.

Anne-Sophie Böcker vermittelte „die Tanzschritte fürs Leben“

Anne-Sophie Böcker lehrte seit 1993 die Fächer Deutsch und Sport am JKG. In einer ersten Leistungsbewertung wurde ihr damals bescheinigt, über ein freundliches, aber resolutes Wesen zu verfügen. Deshalb komme sie auch mit Klassen in der schwierigen Mittelstufe gut klar. Stets habe den Schülern ihr Wohlwollen gegolten. „Wir haben häufig über einzelne Schüler gesprochen, auch heute Morgen noch“, berichtete Ulrich Wessel.

Anne-Sophie Böcker widmete sich darüber hinaus unter anderem der akribischen Archivierung von Schuldokumenten. Ihr Herz gehörte ebenfalls dem Sportbereich Gymnastik und Tanz. „Keine Schülerin kam an dir vorbei, ohne die prägenden Tanzschritte für das Leben mitzunehmen“, stellte die Fachschaft Sport heraus.

„Ich freue mich, dass ich Mitglied der königlichen Familie sein durfte“, spielte sie in ihren Abschiedsworten an das Kollegium an den Namen des Gymnasiums an. Am Datum des Brexits werde dieser Tag wohl allen in besonderer Erinnerung bleiben.

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