Das steckt hinter dem Bombenverdacht am Halterner Bahnhof

hzBaustelle

Hunderte Haushalte befürchteten das ganze Wochenende über eine Evakuierung ihrer Häuser. Die Bahn meldete einen Bombenfund am Bahnhof. Jetzt ist klar, was da tatsächlich in der Erde lag.

Haltern

, 03.06.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für große Unruhe sorgte die Deutsche Bahn am Freitagabend mit einer Meldung über Twitter und ihren Whatsapp-Newsletter: „Voraussichtlich ab 22 Uhr beeinträchtigt die Entschärfung einer Fliegerbombe den Zugverkehr zwischen Marl-Hamm und Haltern am See.“ Doch zu diesem Zeitpunkt war eigentlich nur klar, dass ein verdächtiger Gegenstand ab 22 Uhr am Halterner Bahnhof näher untersucht werden sollte.

Die Stadtverwaltung, deren Ordnungsamt in so einem Fall für eine Evakuierung zuständig wäre, war kaum eingespannt. „Unsere Feuerwehr war am Freitag etwa von 15 bis 16.30 Uhr vor Ort“, sagt Sprecher Georg Bockey. Aus der Kreis-Leitstelle sei ein möglicher Bombenfund an die Halterner Wache gemeldet worden. „Dann wurde eine Fachfirma für die weitere Sondierung hinzugerufen und die Feuerwehr ist wieder eingerückt“, so Bockey. Die Feuerwehr sollte bei weiteren Erkenntnissen informiert werden - das sei bis Montag nicht passiert.

Ein altes Stück Eisen lag tief unter der Erde

Die beauftragte Spezialfirma habe bei ihren Sondierungsbohrungen am Freitagabend herausgefunden, dass es sich bei dem Bombenverdacht nur um ein altes Stück Eisen handelte, dass tief unter der Erde lag, berichtet die Deutsche Bahn am Montag. Eine Entwarnung hatte die Deutsche Bahn nicht für nötig gehalten, weil der Bahnhof übers Wochenende eh planmäßig gesperrt war.

An die Sorgen der Anwohner bezüglich einer möglichen Evakuierung hatte das Unternehmen nicht gedacht. „Mit der Nachricht wollten wir nur unsere Kunden informieren, dass die Züge nicht bis Haltern fahren“, so der Sprecher: „Die Kollegen arbeiten bei diesen Meldungen mit festen Textbausteinen.“

Der Bezirksregierung liegen keine Informationen vor

Ein Rest Verwirrung bleibt aber auch am Montag. Von der Bahn heißt es, die Bezirksregierung, die für den Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständig ist, sei informiert worden. Deren Sprecher Christoph Söbbeler sagt am Montag aber: „Bei uns ist kein Verdachtspunkt in Haltern am See aufgelaufen. Sondierungsbohrungen führen die Kollegen garantiert nicht nachts um 22 Uhr durch.“

Hätte es sich bei dem verdächtigen Gegenstand um einen 500-Kilo-Blindgänger gehandelt, wie sie häufig in der Region gefunden werden, wäre wohl ein Gebiet von der Sportanlage Conzeallee bis jenseits von Rochford- und Recklinghäuser Straße evakuiert worden.

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