Streckenkontrollen an der B 58: Armin Klein nimmt die Bäume genau unter die Lupe

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In dieser Woche sind uniformierte Kontrolleure an der B 58 unterwegs. Wir erklären, was es mit den Einsätzen an den Landesstraßen auf sich hat.

Haltern, Hullern

, 09.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen vier bis acht Kilometern legt Armin Klein dieser Tage in Haltern zurück. Zu Fuß. Und das jeden Tag. In orangener Warnkleidung läuft er den Radweg der B 58 entlang, hält hier und da an.

Klein überprüft jeden einzelnen Baum, der an der Fahrbahn steht. Der Baumkontrolleur ist für Straßen NRW derzeit in Haltern an Landesstraßen unterwegs, um die Bäume entlang der Landesstraßen auf ihre Standfestigkeit zu überprüfen.

„Die ganzen Bäume hier habe ich schon sechs oder sieben Mal gesehen“, sagt Klein, während er auf dem Radweg an der Hullerner Straße steht und auf die Bäume zeigt. Seit 13 Jahren arbeitet der gelernte Gartenbautechniker für Straßen NRW. Er ist einer von 35 in NRW, die für den Landesbetrieb arbeiten.

Streckenkontrollen an der B 58: Armin Klein nimmt die Bäume genau unter die Lupe

Armin Klein hat in seinem mobilen Computer jeden Baum entlang der Landesstraßen kartografiert. © Eva-Maria Spiller

Alle 18 Monate bis zwei Jahre kontrolliert Klein die Landesstraßen in Haltern. Die B 58 säumen vor allem zwei Baumarten. Von Haltern bis Hullern sind es Eichen, entlang des Hullerner Ortsteils dann vor allem Linden.

Nicht jedes Problem wird auch sofort zu einem

Die Spanne der Probleme, die es mit den Bäumen geben kann, ist breit. Pilze etwa können die Wurzeln und Stämme der Bäume zerstören, sodass die dann irgendwann unvermittelt umfallen. „Auch wenn der Baum noch grün in der Krone ist“, so Klein. Vom Sturm zerstörte Äste können auf die Fahrbahn herunterfallen. Oder aber Bäume sind hohl und müssen vorsorglich gefällt werden. „Möhrchen“ nennt Klein diese. „Jeder Baum hat seine eigenen Anfälligkeiten“, sagt der Baumkontrolleur.

Doch nicht bei jedem Schaden wird der Landesbetrieb auch aktiv. „Die ganz kleinen Äste lässt man in der Krone“, sagt Klein. Wenn die dann vom Baum fielen, sei das wie Laub. Ungefährlich. Und nicht bei jedem Schaden sei immer sofort eine Maßnahme erforderlich: „Bis das Totholz abbricht, dauert es mehrere Jahre“, so Klein.

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Straßen NRW: Baum-Kontrolle an den Landesstraßen in Haltern

In seinem mobilen Computer hat Klein jeden einzelnen Baum, der Straßen NRW gehört, erfasst. Ab jeder Kreuzung beginnt ein neuer Abschnitt, in dem jeder Baum metergenau kartografiert wird. Die 309 etwa im Abschnitt 54 ist eine Eiche, die nun eventuell gefällt werden muss, weil die Rinde am Stamm des Baums wie ein freiliegender Zahnhals nicht mehr vorhanden ist.

Diese Tipps hat der Baum-Experte für Grundstücks-Besitzer

Auch für die Bäume im heimischen Garten gibt Armin Klein einige Tipps:

  • Treiben die Äste in der Krone nur teilweise oder gar nicht aus, so kann das ein Zeichen für Schäden an der Wurzel sein.
  • Ursache dafür können neben Krankheiten auch etwa Kanalarbeiten im Untergrund sein, auch wenn diese schon Jahre zurückliegen.
  • Krankheiten wie der Brandkrustenpilz hingegen seien nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.
  • Dennoch sei es nicht immer direkt nötig, einen Fachmann zu beauftragen, so Klein.

Wenn der Wurzelteller nach einem Sturm auf einmal aus der Erde oder der Baum auf die Fahrbahn rage, dann reiche ja der gesunde Menschenverstand, um zu wissen, dass man da als Grundstücksbesitzer aktiv werden müsse, so Klein.

Streckenkontrollen an der B 58: Armin Klein nimmt die Bäume genau unter die Lupe

Der Fuß dieser Eiche liegt frei wie ein Zahnhals. Damit der Straßenverkehr nicht gefährdet wird, muss der Baum nun möglicherweise gefällt werden. © Eva-Maria Spiller

Im Härtefall meldet Straßen NRW Bäume auf Privatgrundstücken, die den Verkehr auf den öffentlichen Straßen gefährden und lässt sie auf Kosten des Grundstücksbesitzers fällen. So einen renitenten Fall habe es aber bisher noch nicht gegeben, so Klein.

Vor 15 Jahren wurden die ersten Baumkontrollen durch den Landesbetrieb durchgeführt. Vorher habe es das nicht gegeben, so Klein. Doch durch verschiedene Rechtsstreits hätten es die Gerichte dann zur Aufgabe der Straßenbetriebe gemacht, die Standsicherheit der Bäume zu ihrer Aufgabe zu machen.

Und wie wäre es mit einer Landesstraße so ganz ohne Bäume? Theoretisch denkbar sei das schon, sagt Klein. Aber auf der anderen Seite erfüllten die Bäume natürlich auch wichtige Aufgaben. Denn sie hielten nicht nur die Böschung an Ort und Stelle, sie böten auch Windschutz und lenkten den Verkehr.

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