Der Bau von 120 Wohnungen, Geschäften und Kita in Hamm-Bossendorf kann starten

hzDickerhoff-Gelände

Bossendorf erhält mit den Katharinenhöfen ein neues Wohnquartier. Der Bebauungsplan ist verabschiedet, jetzt kann der Abriss der alten Dickerhoff-Gebäude beginnen. Kritik gibt es aber auch.

Hamm-Bossendorf

, 30.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für eine dörfliche Gegend wie Hamm-Bossendorf inakzeptabel, viel zu hoch und voluminös ...“ - die Pläne von Investor Michael Hiesgen für das ehemalige Dickerhoff-Gelände, werden durchaus kritisch gesehen. Das wurde auf den Bürgerversammlungen ebenso deutlich wie bei den Einwendungen während der öffentlichen Auslegung der Pläne. Doch Stadtplaner Michael Rogge (Stadtraum-Architektengruppe, Düsseldorf) ist überzeugt: „Es entsteht ein Wohnquartier von hoher gestalterischer und ökologischer Qualität.“

„Massive Bebauung“

Der Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt stimmte dem Bebauungsplan „Dickerhoff-Bossendorf“ am 26. September zu und machte den Weg frei für einen Baubeginn. Nicht ganz ohne Bauchschmerzen. „Die Bebauung ist auch nach einer Modifizierung immer noch massiv. Das sehen wir mit Sorge“, sagte Andreas Stegemann (CDU). Aber seine Partei sei dennoch für eine Realisierung des Projektes im Bewusstsein dafür, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Haltern so groß sei.

Die SPD ist der Ansicht, dass für Hamm-Bossendorf mit den Katharinenhöfen ein Mehrwert geschaffen werden könne. „Wir hoffen, dass der Ortsteil belebt und aufgewertet wird“, erklärte Beate Pliete das Einverständnis ihrer Partei. Diese Hoffnung stütze sich auf die Tatsache, dass nach vielen Protesten der Bossendorfer die Pläne überarbeitet wurden.

Grüne Quartiersmitte

So werden zum Beispiel die raumwirkenden Höhen durch Staffelgeschosse zurückgenommen, wie Michael Rogge im Ausschuss ausführte. „Mit einer Reduzierung der Höhen um 60 Zentimenter liegen wir gleich auf mit der umgebenden Bebauung“, betonte Rogge. Nichts wirke mehr grob und klotzig. Vorgesehen seien jetzt auch statt Stellplätzen eine grüne Quartiersmitte, eine Tiefgarage und 1000 Quadratmeter Flachdachbegrünung. Er werde sogar eine Anmeldung des Projektes zur Klimaschutzsiedlung prüfen.

Der Abriss der alten Dickerhoff-Gebäude soll jetzt beginnen, 2020 will das Bauunternehmen Johannes Stock auf dem 16 Hektar großen Areal zwischen Flaesheimer Straße, Recklinghäuser Straße und Wesel-Datteln-Kanal mit dem Bau des ersten (entlang der Recklinghäuser Straße) von vier Komplexen beginnen.

Arzt und Apotheke

Trotz modifizierter Pläne bleibt die Anzahl der Miet- und Eigentumswohnungen gleich. Vorgesehen ist ferner die Unterbringung einer Drei-Gruppen-Kita sowie die Ansiedlung von Gewerbe wie soziale Dienste, Bäckerei, Apotheke und Arzt. Als neuer, moderner Eingang zur Stadt möchte der Investor das Projekt verstanden wissen. Die Grünen können gut damit leben. Anette Fleuster: „An dieser Stelle darf urbane Bebauung stattfinden.“

Lesen Sie jetzt