Meinung

Der Bund verzichtet auf nachhaltige Lüftungsanlagen – ein Riesenfehler

Die Bundesregierung hat es in den Sommerferien nicht geschafft, die Schulen flächendeckend mit Luftreinigern auszustatten. Für die Kinder eine Katastrophe, findet unser Autor.
Auslöser für die Infektionen an Schulen und in Kitas ist vor allem die britische Virusvariante B.1.1.7, die in Deutschland vorherrscht.
Auslöser für die Infektionen an Schulen und in Kitas ist vor allem die britische Virusvariante B.1.1.7, die in Deutschland vorherrscht. © picture alliance/dpa

Das von der Bundesregierung verabschiedete Programm zur Förderung von Luftfilteranlagen soll den Präsenzbetrieb in Schulen und Kitas sicherstellen. So die Erklärung des Kabinetts am 14. Juli. Gefördert werden alle Klassenräume, deren Luft nicht durch Fensterlüftung gereinigt werden kann. Dass der Bund die Freigabe der Gelder an diese Bedingung knöpft, ist absolut unverständlich.

Raumlufttechnische Anlagen nicht nur in Pandemiezeiten wirksam

Denn die mobilen Luftreiniger sind laut Umweltbundesamt lediglich als Ergänzung zum Lüften sinnvoll. Warum also nur Klassenräume mit den Geräten ausgestattet werden, die über keine zusätzlichen Fenster oder nur Kipp-Fenster verfügen, ist ganz einfach nicht zu verstehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass mobile Lüftungsanlagen sinnlos sind. Ganz im Gegenteil. Gerade die sogenannten RLT-Anlagen (raumlufttechnische Anlagen) sind außerhalb von Pandemiezeiten äußerst wirksam gegen Erreger in der Luft, Kohlendioxid, Wasserdampf und generelle Gerüche.

Hätten sich Bund und Länder also auf eine flächendeckende Strategie geeinigt und aus Nachhaltigkeitsgründen auf die Empfehlung des Umweltbundesamtes gehört, wären viele Klassenzimmer in den Sommerferien mit solchen Anlagen ausgestattet worden.

So droht die vierte Welle erneut für Distanz- oder Wechselunterricht zu sorgen – was für unsere Kinder eine absolute Katastrophe wäre.

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