Der Einzug in die Kita Lohausstraße verzögert sich erneut

hzKindergarten

Die Arbeiten auf der Kindergarten-Baustelle an der Lohausstraße haben sich in den letzten Wochen weiter verzögert. Das sorgt für Gerüchte. Das Marler Bauunternehmen wehrt sich.

Haltern

, 03.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Stadt baut an der Lohausstraße für 2,8 Millionen Euro einen neuen Kindergarten. Sie hatte sich zu dieser Investition entschlossen, weil die Nachfrage nach Kindergarten-Plätzen in Haltern enorm hoch ist. Nach dem ersten Spatenstich im April 2018 saß dem Generalunternehmen Wieko aus Marl die Zeit im Nacken. Die Stadt drängte, um weitere 80 Kinder mit Betreuungsplätzen versorgen zu können. Schon im September musste sie eingestehen, dass sich die Eröffnung aufgrund von Lieferengpässen bei den Fenstern verzögern werde.

Reaktion auf Gerüchte

Thomas Herrmann von der Marler Bauunternehmung leitet seit Dezember die Baustelle in Haltern. Er ist jeden Tag an der Lohausstraße, selbst über Weihnachten sah er nach dem Rechten. Er bestätigt bei einem zufälligen Zusammentreffen auf der Baustelle eine Verzögerung. Die Gewerke hätten nicht so ineinander gespielt, wie geplant. Dazu sei es an einigen Stellen an der Fassade zu Einregnungen gekommen, dieser Schaden werde derzeit behoben.

Der Einzug in die Kita Lohausstraße verzögert sich erneut

Die neue Kita ist zweigeschossig, der Aufzug (r.) ist schon eingebaut. © Elisabeth Schrief

„Doch von Pfusch am Bau kann keine Rede sein“, entgegnet er vehement auf Gerüchte, die in der Stadt kursieren. Auch die Aussage, Wieko sei insolvent und die Stadt müsse sich einen neuen Generalunternehmer suchen, sei aus der Luft gegriffen. Eine Halterner Firma habe dieses Gerücht gestreut, sagt Wieko-Geschäftsführer Frank Wieschollek, nachdem man ihr wegen mangelhafter Leistungen den Auftrag entzogen habe. „Wir setzen uns jetzt gerichtlich auseinander.“

„Ein Haus ohne Mängel“

Frank Wieschollek verspricht den Eltern ein Haus ohne Mängel. Dass es Verzögerungen gegeben habe, sei der konjunkturellen Lage auf dem Bausektor geschuldet. Einige Firmen hätten Aufträge angenommen, obwohl sie schon mit Arbeit überfrachtet seien. „Wir werden mit der Kita auf jeden Fall im März fertig“, versichert der Geschäftsführer.

Am 4. Januar wird, so Thomas Herrmann, das Gebäude generalgereinigt, ab dem 7. Januar - nach einer Weihnachtspause der beteiligten Firmen - werde wieder nach Zeitplan gearbeitet. „Mit Hochdruck wollen wir die Fertigstellung voranbringen“, erklärt Bauleiter Herrmann. Inzwischen läuft die Luftwärmeheizung, sie verbreitet mollige Wärme in allen Räumen der Fünf-Gruppen-Einrichtung. Auch der Aufzug ist eingebaut. „Aber es wäre natürlich vermessen zu sagen, schon im Februar könnten hier Kinder einziehen“, sagt Thomas Herrmann.

AWO steht in Startlöchern

Die Arbeiterwohlfahrt (Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen) als Träger des neuen Kindergartens sitzt auf heißen Kohlen. Das Mobiliar ist bestellt, wird in Kürze geliefert und muss nun zwischengelagert werden. „Wir haben ein gutes Team für die Einrichtung zusammengestellt und stehen in den Startlöchern“, erklärte Kerstin Schäfer auf Nachfrage. Die AWO müsse nun die neuen Mitarbeiter vertrösten, aber auch die Eltern, die dringend auf einen Betreuungsplatz angewiesen seien. Am 16. Januar findet ein Gespräch mit Halterner Verwaltungsvertretern statt, um die Situation zu besprechen. Vor Mai ist mit einer Eröffnung der Kita kaum zu rechnen. Denn wenn das Haus fertig ist, müssen noch die Außenanlagen hergerichtet werden.

Der Einzug in die Kita Lohausstraße verzögert sich erneut

Ein Blick in die Eingangshalle des neuen Kindergartens. © Foto:Elisabeth Schrief

Das städtische Jugendamt bittet um Verständnis und noch etwas Geduld. Für die dringend auf Betreuung angewiesenen Kinder hat die Stadt – wo nötig – Übergangslösungen geschaffen.

Wieko hat Firmensitz in Marl

Bis zu fünf Kitas pro Jahr

Die Firma Wieko wurde 2012 gegründet und hat ihren Sitz im ehemaligen Menuhin-Haus in Marl an der Hochstraße. Sie ist hauptsächlich für öffentliche Auftraggeber tätig. Sie baut unter anderem jährlich vier bis fünf Kindergärten. Neben der Bauunternehmung hat Wieko zwei weitere Firmen: Wieko-Elementebau und Wieko-Elektro. 35 Mitarbeiter sind bei Wieko beschäftigt.


Lesen Sie jetzt