Der Fall Stever in Haltern: Wenn der Klimawandel uns kalt erwischt

Redakteurin
Ein toter Fisch liegt am Ufer der Stever in Haltern am See.
Das Fischsterben an der Stever ist eines von vielen Vorzeichen auf die Klimakatastrophe, meint unsere Autorin. © Nora Varga
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Der Klimawandel ist für die meisten Menschen schön weit weg. Klar, der Sommer war heiß und trocken, aber mit Klimaanlage und reichlich Wasser kam man ja dagegen an. Man konnte immer noch etwas tun. In Haltern haben die Auswirkungen des Klimawandels mit dem Fischsterben in der Stever jetzt wieder ihr hässliches Gesicht gezeigt.

Es ist natürlich ein erster Reflex, auf Gelsenwasser zu schimpfen, die nie genug getan hätten. Und sicherlich ist bei den Maßnahmen und der Meldekette noch ein bisschen Luft nach oben. Aber auch Gelsenwasser kann das Wetter nicht ändern und verhindern, dass die Stever sich aufheizt. Auch Gelsenwasser kann die Bauern nicht zwingen, auf jegliche Düngemittel zu verzichten und auch Gelsenwasser kann es nicht regnen lassen.

Die Frage ist: Wird rechtzeitig etwas passieren?

Gelsenwasser kann die Symptome der kranken Stever versuchen zu heilen, aber die Krankheit bleibt bestehen. Es wird in den nächsten Jahren immer wieder Dinge wie das Fischsterben geben, es sind die leisen Vorboten der Klimakatastrophe, die unaufhörlich auf uns zurollt.

Werden die Menschen rechtzeitig einlenken? Wahrscheinlich nicht. Es ist eben doch viel leichter, kurz einen Sündenbock zu suchen, als sich der größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte zu stellen.

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