Meinung

Der Grill darf teuer sein – das, was drauf kommt, nicht

Aldi und Co. wollen eine bessere Haltung von Nutztieren durchsetzen. Preissteigerungen sind dann unausweichlich. Der Verbraucher wird allerdings nicht ohne Weiteres mitspielen. Ein Kommentar.
0,75 Quadratmeter Fläche darf ein Durchschnittsschwein im Stall einnehmen - das ist gesetzlicher Mindeststandard. © picture alliance/dpa

Der Ruf nach ökologischer und tiergerechter Lebensmittelproduktion wird immer lauter. Um Haltungsbedingungen von Rindern, Kühen, Schweinen und Federvieh aber tatsächlich verbessern zu können, ist weit mehr erforderlich. Auch wenn die Tatsache unbequem ist: Der Kunde fordert gern Rechte für sich und die Nutztiere ein. Während er aber beispielsweise für seinen Grill und das weitere Equipment bereit ist, einiges zu zahlen, muss das, was drauf kommt, möglichst billig sein. Die Zahlen an den Kassen der großen Discounter beweisen das.

Natürlich gibt es den kleinen Teil der Bevölkerung, der sich gänzlich anders verhält und auf gutes Fleisch großen Wert legt. „Bewusstsein“ ist hier das Schlüsselwort.

Denn bei den allermeisten Fleischkonsumenten greift das Prinzip Verdrängung. Wäre ihnen vollumfänglich bewusst, unter welchen Bedingungen der überwiegende Großteil der Nutztiere in Deutschland gehalten wird, würde ihnen der Appetit wohl vergehen.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Massentierhaltung von Schweinen bedeutet, dass ein Mastschwein sein Dasein auf 0,75 Quadratmeter Fläche fristen muss. Ab 110 Kilo Lebendgewicht wird auf einen Quadratmeter erhöht. Das ist der gesetzliche Mindeststandard. Nur wer sich das vergegenwärtigt und die Augen nicht davor verschließt, ist vielleicht eher bereit, mehr für Fleisch aus besserer Haltung auszugeben.

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