Der Lippedeich wird geöffnet, um den Anschluss an den neuen Deich herzustellen

hzLippedeich

Es ist ein kritischer Moment auf Halterns größter Baustelle: Um den Deichanschluss herzustellen, öffnet der Lippeverband den Altdeich bei Lippramsdorf für vier Wochen auf 60 Metern Breite.

Lippramsdorf

, 16.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wetterlage ist günstig: Da die Lippe zurzeit Niedrigwasser führt und keine Regenfälle vorhergesagt werden, öffnet der Lippeverband in dieser Woche den alten Lippedeich im Bereich des Oelder Wegs, um den Anschluss an den neuen Halima-Deich (Haltern, Lippramsdorf, Marl) herzustellen.

„Aufgrund der andauernden Trockenheit muss kein temporärer Absperrdamm errichtet werden“, erklärt Projektleiter Gerhard Formanowicz. Der Lippeverband kann deshalb ab sofort einen weiteren wichtigen Bauabschnitt umsetzen: Der neue Deich wird an den Bestandsdeich angeschlossen. Das bedeutet konkret, dass der „alte“ Deich in diesem Bereich auf einer Breite von circa 60 Metern erst geöffnet und dann mit einem „neuen“ Deichstück verbunden wird. Dieser Anschluss dauert voraussichtlich vier Wochen.

Deich kann schnell wieder geschlossen werden

Sollte sich die Wetterlage ändern, kann allerdings schnell reagiert werden: Während beide Deichstücke verbunden werden und dadurch die Öffnung im Bestandsdeich entsteht, kann die ausführende Baufirma den Deich „notfalls“ innerhalb von 24 Stunden wieder schließen. Sobald die Wetterprognosen sich dementsprechend verändern, wäre das notwendig.

„Die Baustellenwarnung am Pegel AV wird in das Hochwasserinformationssystem des Lippeverbandes integriert. Dort werden täglich Hochwasservorhersagen mit einem Zeithorizont von drei Tagen in die Zukunft durchgeführt. Wird ein erhöhter Wasserstand am Pegel AV vorhergesagt, wird die Baustellenleitung informiert“, so Gerhard Formanowicz.

Der Rückbau des Alt-Deiches beginnt noch in dieser Woche. Das ausgebaute Deichmaterial lagert der Lippeverband in unmittelbarer Nähe zwischen, um es bei sich ändernden Wasserständen nutzen zu können. Zum Aufbau des neuen Deichanschlussstücks gehören unter anderem die Einbringung des Deichkörpermaterials und der Dichtung.

Eine Auenlandschaft entsteht

Mit dem Neubau der Hochwasser-Schutzdeiche an der Lippe zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl erneuert der Lippeverband den Hochwasserschutz. Nicht nur, dass die neuen Deiche dem Stand der Technik entsprechen – sie werden auch weiter im Hinterland liegen und dem Fluss damit Raum geben für eine rund 60 Hektar große Aue.

Außerdem sind die neuen Deiche nicht so steil wie die bisherigen und fügen sich damit trotz einer Höhe bis zu 14 Metern besser in das Landschaftsbild ein. Die Deiche werden auf fünf Kilometer Flussstrecke neu gebaut. Dafür werden insgesamt 3,2 Millionen Kubikmeter Boden bewegt. In siebeneinhalb Jahren Bauzeit erfolgt nicht nur der Deichbau, sondern am Ende werden die alten Deiche abgetragen und es wird mit dem Material die Lippe verfüllt, die sich in diesem Bereich tief „eingegraben“ hat. Am Ende wird die neue Aue gestaltet.

Lesen Sie jetzt
Namensdebatte

Dorsten an der Lippe? Was die Dorstener darüber denken

Die SPD hat mit ihrem Vorschlag („Dorsten an der Lippe“) eine Namensdiskussion losgetreten. Es gibt inzwischen auch andere, teils humorvolle Vorschläge - und Kritik. Von Stefan Diebäcker

Lesen Sie jetzt