Neuer Wach-Leiter über Motorradlärm, Unfallschwerpunkte und Einbrüche

hzPolizeiwache Haltern

Wie will die Polizei den Motorradlärm in den Griff bekommen? Werden die Öffnungszeiten der Halterner Wache geändert? Der neue Leiter der Halterner Polizeiwache, Michael Franz, nimmt Stellung.

Haltern

, 05.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Von der Pressestelle der Polizei zur Wache in seinem Wohnort: Michael Franz ist der neue Leiter des Bezirks-und Schwerpunktdienstes in Haltern. Im Interview stellt er die Schwerpunkte seiner Arbeit vor - und fußballerische Prioritäten in der Familie.

Herr Franz, 13 Jahre waren Sie eine der Stimmen der Polizei Recklinghausen. Sind Sie mit lachenden oder weinenden Augen gegangen?

Die Aufgabe in Recklinghausen hat mir Spaß gemacht, sie war spannend und abwechslungsreich. Sie war auch kein reiner Bürojob, da wir ja oft bei größeren Einsätzen als Ansprechpartner für die Medien vor Ort waren. Aber jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe in Haltern.

Was umfasst ihr neuer Einsatzbereich?
Zum einen gehört dazu, die Einsatzabläufe zu planen. Aber ich werde auch die Kollegen bei ihren Einsätzen unterstützen, möchte den Kontakt zu den Menschen herstellen. So stand beispielsweise die Wiederöffnung der Halterner Tafel an. Da haben wir zusammen mit der Stadt ein Konzept erarbeitet, damit es zu Anfang nicht zu Problemen kommt. Ich war vor Ort.

Die Verkehrssituation in Haltern ist vor allem an manchen Sommerwochenenden nicht unproblematisch. Wo sehen Sie da den Schwerpunkt ihrer Arbeit?
Die Verkehrslage in Haltern haben wir immer im Blick. Zurzeit ist es ja wegen der Coronasituation eher ruhig, aber im Sommer gab es immer wieder Anlässe, ein besonderes Augenmerk auf Haltern zu werfen. Das ging ja bis zu Sperrungen von Autobahnabfahrten, wenn beispielsweise zu viele Besucher zum Silbersee strömten. Dort ist die Lage inzwischen auch wegen neuer Parkkonzepte etwas entzerrt. Nicht nur in diesem Punkt setze ich auf die gute Zusammenarbeit mit dem Halterner Ordnungsamt.

In Haltern gibt es im Gegensatz zu den anderen Kreisstädten keine Unfallschwerpunkte. Wie kommt das?
Bestimmte Verkehrsknotenpunkte werden dann als unfallauffällige Bereiche eingestuft, wenn dort mehr als drei Unfälle in einem Jahr mit ähnlichem Verlauf passieren. Das ist in Haltern so nicht der Fall gewesen. Unsere Kollegen überprüfen aber auch langfristige Entwicklungen. Und wenn es dabei Auffälligkeiten gibt, sieht sich die Unfallkommission des Kreises diese Stellen an und entscheidet, ob dort Maßnahmen ergriffen werden müssen, zum Beispiel eine neue Beschilderung.

Häufig gibt es Beschwerden über Motorradlärm, neuerdings auch über getunte Fahrzeuge, die sich Rennen liefern.
Die Biker haben wir in Haltern immer wieder schwerpunktmäßig im Blick, da führen wir regelmäßig auch Kontrollaktionen durch. Wenn Bürger Rennen von getunten Fahrzeugen feststellen, sollten sie möglichst umgehend die 110 wählen. Dann besteht die Chance, dass Streifenfahrzeuge die Personen dort auch noch antreffen können.

Die Öffnungszeiten der Halterner Wache wurden immer wieder kritisiert. Wird sich daran etwas ändern?
Solche Regelungen werden regelmäßig überprüft. Zurzeit gehen wir aber davon aus, dass wir den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden. Ein Streifenwagen ist immer in Haltern unterwegs, die Kollegen verfassen auch ihre Berichte in der Wache. Die Polizei ist immer erreichbar. An der Türklingel wird man, wenn die Wache nicht geöffnet ist, mit der Kreisleitstelle verbunden. Es gibt auch die Möglichkeit, Anzeigen online zu erstatten, gerade in Coronazeiten werden das einige Bürger vielleicht vorziehen.

Die Einbruchszahlen haben sich ja seit zwei Jahren deutlich verringert...
Das ist zum einen auf Fahndungserfolge zurückzuführen, aber auch darauf, das immer mehr Bürger vorbeugende Maßnahmen ergriffen haben, über die die Polizei immer wieder informiert. Das müssen keine teuren Technikinvestitionen sein, manchmal hilft es schon, Licht einzuschalten oder große Sträucher vor den Fenstern zu entfernen, die die Sicht nehmen. Mir ist wichtig, nach Einbrüchen mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, da manchmal die psychologischen Schäden größer sind als die materiellen. Wir sind grundsätzlich offen für die Fragen der Bürger und möchten erfahren, wo sie der Schuh drückt.

Sie arbeiten jetzt in Haltern, wo sie seit 28 Jahren wohnen. Wie fühlt sich das an?
Es ist natürlich toll, wenn man keine weiten Wege zur Dienststelle hat. Ich lebe in Hullern und wir fühlen uns dort sehr wohl. Ich bin dort Mitglied im Heimat- und Schützenverein, für den ich auch schon Vorstandsämter übernommen habe. Außerdem war ich lange bei der Hullerner Blasmusik aktiv, zunächst als Tenorsaxophonist, später habe ich Tuba gespielt. Hullern ist natürlich auch ein toller Ausgangspunkt für Fahrradfahrten, bei denen ich schon jetzt den einen oder anderen Punkt entdeckt habe, der vielleicht auch mal dienstlich relevant werden könnte. Außerdem sind meine Frau und ich oft mit dem Wohnmobil unterwegs, um die Umgebung zu erkunden, und ich spiele Fußball beim SV Hullern. Wir haben einen Hund, einen Zwergschnauzer, dadurch kommt man regelmäßig raus: Ohne Hund geht man definitiv weniger spazieren.

Und dann spielen da noch die Farben Blau und Weiß eine Rolle...
Das liegt bei einem gebürtigen Gelsenkirchener ja nicht allzu fern. Da bin ich mir übrigens mit meiner Tochter einig, während mein Schwiegersohn eher der schwarz-gelben Fraktion angehört. Ich erinnere mich besonders gern an das legendäre Derby, in dem der BVB zunächst 4:0 führte und das dann 4:4 endete. Das musste er dann mit uns aushalten.

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