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Der Bewohner der Dachgeschosswohnung an der Münsterstraße ist bei dem Brand ums Leben gekommen. Die Straßensperrung bleibt vorerst bestehen. Das kaputte Haus macht weiter Probleme.

Haltern

, 09.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es besteht Gewissheit: Bei dem Toten, den die Feuerwehr in der ausgebrannten Dachgeschosswohnung an der Münsterstraße gefunden hat, handelt es sich um den 63-jährigen Wohnungsinhaber.

Das bestätigte die Polizei am Donnerstag auf Anfrage. Die Identifizierung war wohl nicht schwierig, da der Leichnam nicht verbrannt ist. Die Obduktion soll nun in der nächsten Woche erfolgen. Der Tote habe im Wohnzimmer gelegen, erklärte der stellvertretende Stadtbrandmeister Georg Bäther am Donnerstagmorgen am Einsatzort.

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Wohnungsbrand an der Münsterstraße

Ein Nachbar berichtete, dass Bewohner des Unglückshauses den Mann noch aus der Wohnung befreien wollten. Sie hörten ihn stöhnen, konnten aber nicht mehr zu ihm gelangen. Der Halterner lebte sehr zurückgezogen und hatte kaum Kontakt zu seinen Nachbarn. Im Hof neben dem einsturzgefährdeten Unglückshaus steht noch sein blaues Motorrad, mit dem er oft unterwegs war.

Zur Brandursache ist noch nichts bekannt gegeben worden. Jetzt soll zunächst der obere Bereich des Hauses abgetragen werden. Der Statiker muss dann den Unglücksort für weitere Ermittlungen der Polizei freigeben.

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Fassade des Gebäudes ist mit Stützbalken gesichert

Am Donnerstagmorgen waren keine Einsatzkräfte vor Ort. Sie hatten in der Nacht die Fasse des Gebäudes an der Münsterstraße abgestützt.
09.05.2019
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Am Donnerstagmorgen waren keine Einsatzkräfte vor Ort. Die Feuerwehr meldete um 4.37 Uhr: "Einsatzende".© Benjamin Glöckner
© Benjamin Glöckner
Die Einsatzkräfte haben die Fassade des Gebäudes in der Nacht mit einer Balkenkonstruktion gesichert.© Benjamin Glöckner
Brand an der Münsterstraße© Benjamin Glöckner
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Teile des Daches und der Fassade liegen auf dem Bürgersteig direkt vor dem Haus.© Benjamin Glöckner
Die Stadt Haltern hat ein Betretungsverbot ausgesprochen.© Benjamin Glöckner
Blick auf das Dach des Hauses© Benjamin Glöckner
© Benjamin Glöckner
Viele Autofahrer, die aus Richtung Sythen kommen, übersehen das Sackgassen-Schild am Ferno-Kreisverkehr und müssen dann vor der Absperrung drehen.© Benjamin Glöckner
Blick auf die Fassade© Benjamin Glöckner
Brand an der Münsterstraße© Benjamin Glöckner
Das Motorrad in einem Gang zwischen den Häusern gehörte dem Verstorbenen.© Silvia Wiethoff
Die Feuerwehr setzte Mittwochabend schweres Gerät ein, um in die ausgebrannte Dachgeschosswohnung zu gleangen.© Silvia Wiethoff
Das Unglückshaus ist abgestützt, die Straßensperrung bleibt voerst bestehen.© Silvia Wiethoff

Die Sperrung der Münsterstraße bleibt vorerst bestehen

Die Sperrung der Münsterstraße bleibt vorerst bestehen und könnte mehrere Wochen andauern, weil die Erschütterungen des fließenden Verkehrs vor dem kaputten Haus für weitere Probleme sorgen könnten. Zunächst wird Straßen.NRW in Absprache mit der Stadtverwaltung eine großräumige Umleitung beauftragen, um den Schwerlastverkehr möglichst aus der Stadt herauszuhalten.

Am Donnerstagmorgen war ein Statiker vor Ort, der darüber entscheidet, ob und wann noch weitere Personen in das Haus dürfen. Angehörige der übrigen Bewohner des Hauses haben sich bereits bei der Feuerwehr erkundigt, wie sie an Gegenstände aus ihren Wohnungen kommen können. Dabei geht es wohl in erster Linie um lieb gewonnene Erinnerungsstücke, wie alte Fotos, aber auch um Versicherungsunterlagen. Viel Hoffnung machte Kreisbrandmeister Robert Gurk einem anfragenden Paar am Mittwoch nicht. „Die Wohnung ist ein Trümmerfeld“, sagte er.

Bewohner des Dachgeschosses ist beim Brand ums Leben gekommen

Das Unglückshaus ist abgestützt, die Straßensperrung bleibt voerst bestehen. © Silvia Wiethoff

Die Bewohner des Hauses rechts neben dem Unglücksgebäude haben Glück und können bereits wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. In die Nummer 28 (links) dürfen die Bewohner immerhin von der Rückseite durch den Kellereingang hinein. Nach Auffassung des Bausachverständigen besteht bei Nummer 30 nach wie vor Einsturzgefahr. Zwar hat das THW 50 Stützen eingebaut, es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich Decken oder Teile oder auch Reste des Dachstuhls lösen. „Zudem könnten herunterfallende Dachziegel Probleme bereiten“, informierte die Stadt. Deshalb bleibe das Betretungsverbot bestehen.

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Um das Schicksal des Vermissten aufzuklären, hatte das THW am Mittwochabend eine starke und aufwendige Holzkonstruktion erstellt, damit die Frontwand des stark beschädigten Hauses abgestützt werden konnte. Zeitweise waren insgesamt über 90 Einsatzkräfte vor Ort, darunter neben der Feuerwehr und dem THW auch die Malteser, die eine Verpflegungsstation einrichteten.


Halterner Handwerksbetriebe helfen vor Ort

Technische Unterstützung kam auch von Halterner Handwerksbetrieben. Die Zimmerei Rohlf, das Bauunternehmen Mertmann und der Baumaschinen-Mietservice Honert waren mit schwerem Gerät im Einsatz. Das THW war mit insgesamt 56 Einsatzkräften im Einsatz und erhielt Hilfe aus den Ortsverbänden Marl, Remscheid, Hattingen, Wuppertal, Gelsenkirchen, Dülmen und Essen. Vom THW stammte ein Kernbohrgerät, das zu den Komponenten gehört, die in Notfällen zwischen den Verbänden ausgetauscht werden.

Am Einsatzort ging es zu wie in einem Bienenstock. Überall herrschte reger Betrieb, aber zu keiner Zeit Hektik. Jeder kannte seine Rolle, sodass die Arbeiten fast wie ein Uhrwerk verliefen.

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