Die Gymnasien haben noch keine G9-Lehrpläne für den Sommer

hzG9-Abitur

Das Joseph-König-Gymnasium bereitet sich auf die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren Schulzeit vor. Noch fehlen allerdings die konkreten Rahmenbedingungen.

Haltern

, 22.01.2019, 04:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem Schuljahr 2019/2020 gilt auch am Halterner Joseph-König-Gymnasium wieder das G9-Abitur, das heißt, die Abiturienten werden ihren Abschluss wieder nach neun Jahren Schulzeit am Gymnasium machen. Bis zur schulischen Umsetzung muss aber noch einiges geschehen.

„Das Verfahren steckt noch immer in der Phase der Verbändebeteiligung“, sagt dazu Schulleiter Ulrich Wessel auf Nachfrage. „Die Kernlehrpläne liegen uns weiterhin nicht vor.“

Verbände stellen ihre Vorderungen

Bis es soweit ist, könne es auch möglicherweise noch etwas dauern, so Ulrich Wessel. So fordere der Verband der Geschichtslehrer, dass mehr Geschichtsunterricht gegeben werden müsse, ein Direktorenverband möchte die Zahl der Ergänzungsstunden erhöhen. „Mit diesen Wünschen muss sich das Schulministerium zunächst noch befassen“, sagt der Halterner Schulleiter.

Wessel geht davon aus, dass die Kernlehrpläne, auf deren Basis die Schulen dann ihr eigenes Curriculum erstellen können, erst kurz vor den Sommerferien, möglicherweise auch erst danach, vorliegen werden.

„Wir sehen das aber relativ gelassen, denn zunächst betrifft es nur die fünften und sechsten Klassen“, sagt Ulrich Wessel. „Wir haben ja auch nicht, wie bei G8, weniger, sondern jetzt wieder mehr Zeit“. Die groben Strukturen hat das Halterner Gymnasium auf der Basis eines vorliegenden Entwurfs aus dem Ministerium schon festgezurrt. Fest steht bereits, dass die zweite Fremdsprache erst ab der siebten Klasse unterrichtet wird.

Zum 1. August könnten Beschlüsse in Kraft treten

Die Verbändebeteiligung zur neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe 1 sei Anfang Januar abgeschlossen worden, teilt dazu das Schulministerium mit. Derzeit befinde sie sich in der Bearbeitung und komme anschließend ins Kabinett und in den Schulausschuss, sodass sie zum 1. August in Kraft treten könne. Die Verbändebeteiligung für die neuen Kernlehrpläne für die Sekundarstufe 1 beginnt Anfang Februar. Auch sie sollen zum 1. August in Kraft treten.

Wenn die Kernlehrpläne stehen, wird die Bezirksregierung zu sogenannten Implementationsveranstaltungen einladen. „Daran werden je ein bis zwei Vertreter jeder Fachschaft teilnehmen. Diese sorgen dann dafür, dass die Kernlehrpläne für jede Fachschaft der Schule, also beispielsweise Deutsch oder Mathematik, konkret umgesetzt werden“, erläutert Ulrich Wessel.

Neue Schulbücher werden erst später kommen

Neue Schulbücher wird es bis zum Beginn des Schuljahres voraussichtlich noch nicht geben. „Die Verlage sind in den Vorbereitungen, aber bis die Bücher gedruckt sind, dauert es natürlich auch etwas, und auch sie brauchen die Lehrpläne, um exakt arbeiten zu können“, so Ulrich Wessel.

Das NRW-Kabinett hat am 15. Januar außerdem den Gesetzentwurf für den G9-Belastungsausgleich beschlossen. „Auf Grundlage dieses Gesetzes wird das Land den kommunalen Schulträgern die Kosten erstatten, die ihnen durch die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium entstehen“, teilt das NRW-Schulministerium mit.

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