Die Glückspilze sind in ihr neues Domizil am Reiherhorst gezogen. © Jürgen Wolter
Naturkindergarten

Die Halterner „Glückspilze“ sind vom Schloss ins neue Domizil gezogen

Sie sind der Natur weiterhin bei Wind und Wetter auf der Spur, aber aus dem Schloss sind die quirligen Bewohner ausgezogen: Die „Glückspilze“ haben ein neues Zuhause erobert.

Im September 2019 fanden sich fünf Elternpaare zusammen, um Halterns ersten Naturkindergarten zu gründen, am 4. Dezember hoben sie den Verein „Glückspilze“ aus der Taufe, am 3. August begann offiziell das erste Kindergartenjahr in diesem für Haltern einmaligen Ort. Ihren Stützpunkt hatten die 20 Glückspilze mit ihren Betreuerinnen und Betreuern zunächst im Schloss Sythen, jetzt sind sie umgezogen.

Denn der eigentliche Ort, von dem die Kinder mit den Erzieherinnen und Alltagshelfern zu ihren Erlebnissen in und mit der Natur aufbrechen, ist der frühere Kinderspielplatz im Reiherhorst am Rande des Linnert. Hier stehen jetzt zwei kindgerechte Bauwagen, einer ist fertig, der andere wird gerade eingerichtet. „Unser Team war unglaublich fleißig und musste unter besonderen Bedingungen sowohl das Schloss ausräumen als auch die Bauwagen einräumen und alles für den Neustart am 4. Januar vorbereiten“, berichtet Hannah Weber, eine der Vereins-Gründerinnen.

Glücklich, einen Meilenstein erreicht zu haben

Aber inzwischen ist auch die Naturkita von den Coronamaßnahmen betroffen. Zurzeit kommen im Schnitt täglich zehn Jungen und Mädchen. 25 Wochenstunden können die Eltern flexibel für eine Notbetreuung nutzen. „Trotzdem sind wir sehr glücklich, dass wir diesen großen Meilenstein endlich erreicht haben!“, freuen sich die Elternpaare und das Team von Marie Herrmann (pädagogische Leiterin).

Die Kinder fühlen sich nach ihren Beobachtungen hier schon sehr wohl. Auch, wenn sich alle erst einmal neu einfinden müssten, könne man schon jetzt sagen, dass alle überaus zufrieden, ausgeglichen und glücklich sind. Das bestätigen auch Eltern.

Damit die Glückspilze täglich im Wald aktiv sein können, hat der Verein ein Stück Wald im Linnert gepachtet und dafür auch die Verkehrssicherungspflicht übernommen.

Der Verein “Naturkindergarten Glückspilze Haltern e.V.“ dankt allen, die den Weg bisher mitgegangen sind und durch vielfältige Unterstützung die pädagogische Arbeit nun ermöglichen. Wegen der Corona-Pandemie kann derzeit keine Eröffnungsfeier stattfinden. Aber das wollen Kinder und Erwachsene sobald wie möglich nachholen.

Damit die Kinder, die gerade nicht in die Naturkita gehen, den Kontakt zur Gemeinschaft nicht verlieren, ist das Erzieherteam sehr kreativ. Es dreht Videos und schreibt Briefe, damit immer alle ganz nah beieinander sind.

35 Stunden Betreuung für Kinder ab zwei Jahren

„Wir sind alle sehr froh, wenn wir endlich mit allen Kindern einen ganz normalen Kindergartenalltag in der Natur und im Wald verbringen können. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass das ganz bald passieren wird!“, schreibt der Verein auf seiner Facebook-Seite.

Der Naturkindergarten bietet unter normalen Umständen eine Betreuungszeit von 35 Wochenstunden für 20 Kinder von 2 Jahren bis zum Schuleintritt an. Das Besondere dieser Einrichtung ist, dass die Jungen und Mädchen den Tag zusammen mit ihren Erzieherinnen und Alltagshelfern unter freiem Himmel verbringen – und das zu jeder Jahreszeit. Die Stadt hat die Unterkunft und Einrichtung bezahlt, die Glückspilze sind Mieter und Träger der Kita.

Die nächste große Aufgabe ist die Herrichtung des Außengeländes. Diese muss der Verein finanziell allein stemmen. Über Spenden würden sich die Glückspilze sehr freuen.

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Elisabeth Schrief

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