Die Halterner Sixtus-Pfarrei begrüßt ihren neuen Kaplan Jan Tasler

hzPfarrei St. Sixtus

Die Pfarrei St. Sixtus hat wieder einen Kaplan. Jan Tasler, geboren in Coesfeld, spricht mit uns über seine Berufung, die Aufgaben in Haltern, den Zölibat und die Stellung von Kirche.

Haltern

, 08.08.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

In seiner neuen Wohnung stapeln sich noch die Umzugskisten. Zuviel Unordnung für einen Besucher, findet Jan Tasler, der neue Kaplan der katholischen Pfarrei St. Sixtus. Die Verabredung findet deshalb in der Sixtus-Kirche statt. Es ist an diesem heißen Hochsommerabend ein willkommener kühler Ort - und Orgelmusik von Thomas Drees gibt es gratis noch dazu.

Jan Tasler (27) ist seiner Heimat gar nicht so fern. Seine Elternhaus ist in Coesfeld, dort wuchs er mit vier Geschwistern auf. Die Idee, einen kirchlichen Beruf zu wählen, hat dort in seiner Gemeinde Wurzeln geschlagen. Die lebendige kirchliche Jugendarbeit prägte ihn, er fühlte sich berufen und diese Berufung sollte fortan sein Leben prägen. Nach dem Abitur zog er in das Priesterseminar Borromaeum in Münster ein. Zwei Auslandssemester verbrachte er in Rom.

„Kirche tickt rund um den Erdball sehr unterschiedlich“

„Ich fand es sehr spannend, in Italien Menschen aus aller Welt kennen zu lernen und zu erkennen, dass Kirche doch sehr unterschiedlich tickt“, erzählt Jan Tasler. In den USA beispielsweise sei der Glaube in der Gesellschaft viel präsenter, in anderen Ländern seien Christen damit beschäftigt, wie sich Kirche überhaupt organisieren lasse. Und in Deutschland? „Bei uns ist der Glaube eher etwas Persönliches und Privates und wir machen uns Sorgen, weil nicht mehr genügend junge Menschen in die Kirchen kommen.“

Die Jugendseelsorge wird ein Schwerpunkt seiner Arbeit in Haltern sein. Auf die Begegnungen mit den jungen Menschen, aber auch auf alle anderen in den einzelnen Gemeinden ist er gespannt. Bislang sei er nur auf freundliche, hilfsbereite Halterner getroffen. War er zuvor eher ländlich geprägt, freut er sich nun, an der Nahtstelle von Münsterland und Ruhrgebiet eine neue Vielfalt zu erleben. Das gemeinsame Unterwegssein in der Kirche sei das, was ihm in seinem Leben am meisten gebe.

„Wir sind eine Institution, die etwas zu sagen hat“

Dass in den Kirchen immer weniger Menschen sitzen, nimmt er als Ansporn. „Wir sind eine Institution in der Welt, die etwas zu sagen hat und die etwas verändern kann.“ Kirche sei dabei kein Selbstzweck. „Kirche soll wirken und ihren Dienstcharakter für die Welt zeigen“, sagt der neue Kaplan, der vor allem dazu einladen möchte, den Glauben als Zuhause zu entdecken.

Auch zum Zölibat äußert er sich. Es sei sinnvoll, darüber zu reden. Er lebe zölibatär, könne aber auch Priester verstehen, die das nicht möchten. „Es ist sinnvoll, darüber zu reden und zu schauen, ob Priesteramt und Zölibat aneinander gekoppelt sein müssen.“

Der neue Kaplan liebt die italienische Küche

Für ihn ist das zölibatäre Leben kein Weg in die Einsamkeit. Jan Tasler hat Freunde, mit denen er sich gern trifft und die er mit italienischer Küche verwöhnt. Ansonsten zählen das Reisen und Lesen (historische Romane und Krimis am liebsten) zu seinen Hobbys.

Domvikar Dr. Michael Höffner sagte in der Predigt zur Primizfeier über Jan Tasler, er habe ein Gespür für Menschen, die angesichts vieler Veränderungen auf der Suche seien. Er sei ein „ruhiger, behutsamer Typ“.

Pfarrer Michael Ostholthoff begrüßt Jan Tasler offiziell am Sonntag um 11.30 Uhr in der Marienkirche.

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