Die Halterner SPD will mit einer Bürgermeisterin frischen Wind ins Rathaus bringen

hzKommunalwahl 2020

Die SPD hat in „großer Harmonie“, wie Parteivorsitzender Heinrich Wiengarten betont, über ihre Bürgermeister-Kandidatur entschieden. Zum zweiten Mal tritt die Partei mit einer Frau an.

Haltern

, 30.01.2020, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Parteivorstand der SPD hat hinter verschlossenen Türen wichtige Weichen für die Kommunalwahl am 13. September gestellt. Die Mitglieder stimmten sowohl über die Bürgermeister-Kandidatur wie auch die Besetzung der Wahlkreise ab. Am 25. Februar bringen sie ihre Vorschläge auf dem Parteitag zur Abstimmung.

Der Vorstand demonstrierte am Mittwochabend im Haus Teltrop in Lippramsdorf Geschlossenheit. Einstimmig nominierte er Beate Pliete zur Bürgermeisterkandidatin für Haltern am See. Die 55-Jährige tritt nach 2014 ein zweites Mal an.

Vor sechs Jahren erzielte SPD-Bewerberin 41,3 Prozent

„Vor sechs Jahren konnte sie mit 41,3 Prozent der Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber ein hervorragendes Ergebnis für sich verbuchen“, erinnert Parteivorsitzender Heinrich Wiengarten an den Wahlausgang. In zwei Wahlbezirken Joseph-Hennewig-Schule und Hamm-Bossendorf überrundete Beate Plliete ihren Mitbewerber Bodo Klimpel, in den Wahlbezirken Marienschule und Altes Rathaus lag sie lediglich hauchdünn zurück.

„Wir hoffen, im September ähnlich gut oder sogar noch besser abschneiden zu können“, sagte Heinrich Wiengarten gegenüber der Halterner Zeitung. Bekanntlich kandidieren neben Beate Pliete noch Andreas Stegemann (CDU) und Torsten Dederichs (FDP).

Fraktionsvorsitzende ist glücklich über Nominierung

Keiner von den drei Bewerbern kann mit Verwaltungserfahrung punkten. Doch Heinrich Wiengarten wirft dafür Beate Plietes politische Erfahrung seit 1994 in die Waagschale.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende ist glücklich über die Nominierung. Sie habe sich zunächst Bedenkzeit ausgebeten, sagte sie auf Nachfrage. Aber schon die Wahl 2014 habe signalisiert, dass die Halterner durchaus auch eine andere Politik wünschten. „Wir haben die letzten sechs Jahre genutzt, eine starke Oppositionsarbeit in unserer Stadt zu gestalten“, erklärte sie. Jetzt müsse die SPD dem Wähler auch die Option für einen Wechsel im Rathaus geben.

Beate Pliete findet: Die Stadt hat genug Baustellen

Das Bürgermeister-Amt könne man auch aus politischen Überlegungen heraus und durch Gestaltungswillen in Korrespondenz mit den Bürgern führen. Baustellen habe Haltern genug. Dabei bezieht sich Beate Pliete unter anderem auf die Personalsituation im Bau- und Planungsbereich der Stadt.

Ihren Akzent wolle sie außerdem auf die Bauaktivitäten in Haltern legen („wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, aber Haltern muss auch Flair behalten“) und die „unzureichende Versorgung“ mit Kindergartenplätzen. „Es wird Zeit für einen echten Politikwechsel in unserer Stadt.“

Beate Pliete ist nicht die erste Frau in der SPD, die sich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Schon 2004 trat Ute Petermann für die Sozialdemokraten an.

Seit 1994 ist Beate Pliete in der Politik unterwegs

Geboren in Haltern, absolvierte Beate Pliete nach dem Abitur am Halterner Gymnasium eine Ausbildung als medizinische Assistentin und war viele Jahre in ihrem Beruf tätig. Nach einer Familienphase hat sie lange verantwortlich in einem Halterner Sporthaus gearbeitet. Beate Pliete ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

1994 trat sie in die SPD ein, seit 2009 ist sie Mitglied des Rates und seit 2013 Fraktionsvorsitzende. Seit 2009 ist sie im Team des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Groß tätig.

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