Die Raiffeisenmärkte Haltern und Emscher-Lippe schließen sich zusammen

hzRaiffeisenmarkt will fusionieren

Sie sehen in Zukunft große Herausforderungen auf sich zukommen: Die Raiffeisen Genossenschaften Emscher-Lippe und Haltern wollen sie gemeinsam angehen.

Haltern

, 13.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachfrage nach Pflanzenschutz- und Futtermitteln sowie Dünger geht zurück, der Onlinehandel gewinnt an Bedeutung, der Absatz von Heizöl wird sich verringern: Unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen denken die Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern und die Raiffeisen Emscher Lippe eG über eine Fusion nach, die im Dezember von den Generalversammlungen beschlossen werden soll.

„Die Fusion würde rückwirkend zum 1. Juli in Kraft treten, denn der 30. 6. bildet jeweils den Abschluss unseres Wirtschaftsjahres“, erläutert Günter Hessing, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Halterner Warengenossenschaft. Hessing sieht den Strukturwandel in der Landwirtschaft als einen wesentlichen Grund.

Strukturwandel in der Landwirtschaft

„Das Sterben der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe wird weitergehen, der Strukturwandel ist in vollem Gange“, sagt er. Immer neue Gesetzesauflagen würden kleineren Betrieben das Überleben weiter erschweren. Zukünftig steigende CO2-Abgaben auf Heizöl und der wachsende Onlinehandel stellten weitere Herausforderungen für die Raiffeisengenossenschaften dar.

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Mit der Verschmelzung entstünde eine Raiffeisengenossenschaft, deren Geschäftsgebiet im Kreis Recklinghausen zehn Städte und über 615.000 Einwohner umfasst. Hinzu kämen noch die angrenzenden kreisfreien Städte. Zusammen werden 88 Vollzeitkräfte, 23 Teilzeitkräfte und 5 Auszubildende beschäftigt. Beide Unternehmen sind ertragssichere Raiffeisen-Genossenschaften. Der Umsatz lag 2019 zusammen bei fast 70 Millionen Euro.

Günter Hessing, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern begrüßt die angestrebte Fusion.

Günter Hessing, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern begrüßt die angestrebte Fusion. © Foto: Jürgen Wolter

Emscher-Lippe ist an vier Standorten vertreten: Marl-Polsum und Alt-Marl, Recklinghausen und Datteln. Haltern hat einen Standort an der Annabergstraße. Trotz der höheren Mitglieder- und Mitarbeiterzahl von Raiffeisen Emscher-Lippe begegnen sich beide Unternehmen wirtschaftlich auf Augenhöhe. Der Umsatz beträgt in Haltern gut 32 Millionen Euro, bei Emscher-Lippe knapp 37 Millionen.

Entlastungen für die Zukunft

Durch Vermeidung von Doppel-Funktionen wollen die beiden Genossenschaften in Zukunft positive wirtschaftliche Effekte erzielen. „Dadurch können spürbare Entlastungen für die Zukunft erzielt werden. Das ist wichtig, damit wir unseren genossenschaftlichen Förderauftrag gegenüber unseren Mitgliedern auch weiterhin konsequent und erfolgreich erfüllen“, stellt Bernward Resing, Vorstand der Raiffeisen Emscher-Lippe, heraus. Daher hätten die Aufsichtsräte beider Genossenschaften auf Vorschlag der Vorstände entschieden, Fusionsgespräche miteinander zu führen. Die Beschlüsse erfolgten jeweils einstimmig.

Für Günter Hessing ist wichtig, dass die beiden Genossenschaften nicht nur viele Gemeinsamkeiten aufweisen, sondern schon heute miteinander kooperieren: „Wir haben ein gutes kollegiales Verhältnis und unterstützen uns regelmäßig.“

Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen. Vielmehr böte die Fusion auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vorteile. Durch das Größenwachstum entstünden in sehr viel stärkerem Umfang Entwicklungs-, Spezialisierungs- und Karrieremöglichkeiten.

„Bereiche wie Online-Auftritt und IT, die wir heute mit Dienstleistern abdecken, könnten unseren eigenen Mitarbeitern neue Chancen bieten“, so Günter Hessing. „Die angestrebte Fusion wird ansonsten weder für unsere Mitglieder noch für unsere Mitarbeiter oder unsere Kunden gravierende Veränderungen nach sich ziehen.“

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