Die Schuldnerberatung hilft bei Überschuldung und Mietproblemen mit einer Telefonaktion

Schulden

2275 Personen sind in Haltern überschuldet. Ihnen droht im Extremfall sogar der Absturz in die Wohnungslosigkeit. Am Mittwoch gibt es eine besondere Service-Aktion.

Haltern

02.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Die Schuldnerberatung hilft bei Überschuldung und Mietproblemen mit einer Telefonaktion

Christian Overmann von der Schuldnerberatung der Diakonie steht auch nach der Telefonaktion als Ansprechpartner zur Verfügung. © Foto: Jürgen Wolter

Eine negative Schufa-Auskunft lässt für überschuldete Bürger die Suche nach einer neuen Mietwohnung nahezu unmöglich werden. Im Rahmen der bundesweit durchgeführten Aktionswoche „Albtraum Miete“ bietet die Schuldnerberatungsstelle der Diakonie in Haltern betroffenen Bürgern am 5. Juni von 16 – 19 Uhr kostenlos die Möglichkeit an, über eine Telefon-Hotline Rat und Hilfe zu bekommen.

Ausschluss vom Wirtschaftsleben

Fast 70.000 Bürger gelten im Kreis Recklinghausen als überschuldet. In Haltern sind es 2275. Mitbetroffen sind die im Haushalt lebenden Kinder, Angehörige und Partner sowie der sogenannte insolvenzgefährdete Mittelstand. Obwohl Überschuldung meistens durch externe Ereignisse, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung verursacht wird und nicht, wie allgemein angenommen, durch eigenes Fehlverhalten, wird Betroffenen die ungehinderte Teilnahme am sozialen und am Wirtschaftsleben erheblich erschwert. Vermieter lehnen überschuldete Anwärter bei der Wohnungssuche nahezu vollständig ab.

  • Ein Umzug, um eine neue Anstellung in einem anderen Ort anzutreten, ist unmöglich. Sozialleistungen bleiben weiter fällig.
  • Kautionszahlungen können nicht erbracht werden.
  • Alleinerziehende leben in beengten Wohnverhältnissen.
  • Bei Familienzuwachs kann keine neue Wohnung angemietet werden.
  • Besonders bei alleinstehenden Personen droht bei Mietrückständen die Obdachlosigkeit.
  • Die aktuell weiter ansteigenden Mietpreise verringern frei verfügbare Einkommensanteile und beschneiden das Existenzminimum.

Die Schuldnerberatungsstellen helfen, Schlimmeres zu verhindern. Die Beratung gibt Tipps, welche Möglichkeiten bestehen, aus der Schuldenfalle herauszukommen oder gar wieder eine „saubere“ Schufa-Auskunft zu erlangen. Sie informiert, welchen Inkassoforderungen man zuerst nachkommen sollte. Erst Miete, Strom und Heizung bezahlen, lautet der Tipp. Ein Pfändungsschutzkonto sollte eingerichtet und die Ansprüche auf Wohngeld und Sozialleistungen sollten überprüft werden.

Kostenlose Information und Hilfe

Am 5. Juni (Mittwoch) können diese Fragen unter der Hotline-Nummer 0800 - 444 111 8 von 16 bis 19 Uhr besprochen werden. Nach der Hotline-Aktion steht die Schuldnerberatungsstelle des Diakonischen Werkes (Reinhard-Freericks-Straße 17) kostenlos und ohne Wartezeiten für weitere Hilfe zur Verfügung. Telefon: 168369.

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