Wilfried Stüwe (l.) und Petra Reinbold-Knape zeichneten Josef Jelitte 2005 mit der in Glas eingefassten IGBCE-Verdienstmedaille und der dazu gehörigen Urkunde aus. © Holger Steffe
Zum Tod von Josef Jelitte

Die SPD Haltern verliert mit Josef Jelitte einen aufrechten Politiker

Josef Jelitte war ein Urgestein: Ein traditionsbewusster Bergmann, überzeugter Gewerkschafter, gradliniger Lokalpolitiker und engagierter Knappschaftsältester. Jetzt starb er mit 96 Jahren.

Josef Jelitte, 26 Jahre sozialdemokratisches Mitglied im Halterner Stadtrat und vorbildlicher Ehrenamtler, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Er hat ein sozial und politisch tätiges Leben geführt. Dafür wurde er hoch dekoriert. „Donnerwetter“, sagte er bei einer Ehrung, „eigentlich hätte meine Marie diese Auszeichnung verdient.“ Marie, seine ein Jahr jüngere Ehefrau, ohne die er all die Arbeit nicht hätte leisten können, wie er sagte.

Josef Jelitte, geboren in Oberschlesien, arbeitete von 1950 bis 1981 auf der Zeche Auguste Victoria 6 als Steinhauer für das Schachtbauunternehmen Deilmann-Haniel. Weil die Stadt in den 50er-Jahren 17 Grundstücke an Bergleute der Zeche Auguste Victoria vergab, konnte Josef Jelitte 1958 an der Straße Kleine Brede bauen. 5,20 DM kostete ein Quadratmeter. Was heute wie Taschengeld klingt, war zu jener Zeit viel Geld für das Ehepaar Jelitte mit zwei Kindern – trotz einer kleinen Unterstützung, die der Staat den Heimatvertriebenen gewährte.

Als Knappschaftsältester wurde Josef Jelitte ortskundig

Eine besondere Auszeichnung verdiente sich Josef Jelitte 2005 als überzeugter Gewerkschafter: Die IG BCE-Verdienstmedaille ist die höchste Auszeichnung, die die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie zu vergeben hat. 16 Jahre lang war Josef Jelitte Betriebsrat auf AV. Über 50 Jahre engagierte sich der Halterner außerdem als Knappschaftsältester. Als Mittler zwischen Knappschaft und Versicherten entwickelte er sich im Laufe der Jahre zu einem absoluten Experten in Renten- und Krankenversicherungsangelegenheiten.

Zunächst ohne eigenes Auto, betreute er den Sprengel von Hullern bis Lavesum, „dadurch wird man ortskundig“, meinte er einmal. An vier Tagen in der Woche hielt er zusätzlich in seiner Wohnung Sprechstunden ab.

Josef Jelitte saß darüber hinaus 26 Jahre für die SPD im Halterner Stadtrat, ferner war er ehrenamtlicher Richter beim Sozialgericht Gelsenkirchen. 1982 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1988 der Ehrenring der Stadt Haltern und 2002 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Josef Jelitte war ein Mann mit Haltung, der gewissenhaft, uneitel und mit eiserner Disziplin seine Aufgaben sah und erledigte. Ein Pflichtmensch der alten Schule.

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Elisabeth Schrief

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